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Es gibt so Tage … die reichen für Wochen. Übervolle Tage, eingequetscht zwischen Arbeitsbergen. Tage, an denen man gar keine Zeit für jedwede Sperenzchen hat, und eigentlich nur schnellstmöglich von einem Ort zum anderen will. Bzw. vom Seminarort zurück ins heimische Büro.

Und dann tobt ein Orkan und bremst einen ab – auf null.

Natürlich wird der gebuchte Rückflug erst annulliert, nachdem man 25 Euro fürs Taxi zum Flughafen investiert hat – und nun weitere 25 Euro braucht, um wieder zum Hotel zurückzukommen. Immerhin: Das Zimmer ist noch frei, das schöne, mit den großen Fenstern und dem Blick aufs Wasser. Draußen braust der Wind, drinnen stranden Menschen. Es gibt Gin Tonic. Mehrere.

Am nächsten Morgen eilt man, wie es die Airline anordert, frühfrühfrühmorgens zum Flughafen. Gemeinsam mit zirka 1.000 anderen Fluggästen steht man vor Drop-off-Schaltern – und sieht sich drei einsamen Damen vom Bodenpersonal gegenüber, die noch nicht so wirklich wach erscheinen. Oder vielleicht auch nur überfordert sind. Nunja, Geduld ist bekanntlich eine Tugend – dumm ist nur, dass der Flieger ja nicht wartet. Andererseits stellt sich nach viel adrenalingeschwängerter Schaltersteherei heraus, dass man sowieso nicht hätte mitfliegen dürfen, mit der avisierten Morgenmaschine – als Wartelisten-Fluggast Nummer XX von whatever.


Bestickte Reisetasche, gesehen bei Dawanda.* (Vielleicht brauche ich ja bald Ersatz?!)

 

Vor den Gates kommt es zu kleineren Zusammenrottungen und Tumulten. Immerhin keine Prügelein. Was an ein Wunder grenzt, denn: Keiner kennt sich aus, keiner weiß Bescheid. Schon gar nicht das Airline-Personal. Achja, stimmt: Es handelt sich ja um den allerersten Sturm in der Geschichte der deutschen Luftfahrt. Da darf man nicht zu viel professionelles Handling erwarten und sollte Verständnis zeigen, besonders mit diesen Massen an Fluggästen aus annullierten Vorabendflügen ja in keinster Weise zu rechnen war. Erste Gerüchte machen die Runde, für Wartelistenwarter sei vor dem Abend an ein Heimfliegen nicht zu denken, zu voll seien die Maschinen mit regulär gebuchten Passagieren. Ach, Osterferien beginnen auch noch? Tja, Pech gehabt. Praktisch, dass sich die Ladung des iPhone-Akkus langsam dem Ende entgegenneigt und das Kabel im Koffer ist.

Vier Stunden später steht man immer noch in irgendeiner Schlange. Wo bitte ist der Schnaps, wenn man ihn mal so dringend braucht?! (Lerne: Nie wieder ohne Flachmann reisen!) Und dann ist da dieses ältere Paar, dessen Flug nach München sich so massiv verspätet, so dass der Weiterflug nach New York nicht mehr erreicht werden kann – und damit auch die Atlantikpassage mit dem Kreuzfahrschiff zurück nach Hamburg flachfällt … ja, es gibt Schicksale in dieser Abflughalle.

Und dann, irgendwann, schon fast unerwartet und überraschend – wird man tatsächlich aufgerufen. Niemals klang „Ack-s-taller“ süßer in meinen Ohren, niemals habe ich mich mehr auf die engen Sitze eines Airbusses gefreut. Da erträgt man es auch mit Fassung, wenn in München dann der Koffer fehlt. War ja sowieso nur getragene Wäsche drin. (Und ein neuer, sündhaft teurer, aber wahnsinnig fabelhafter Concealer von Sisley. Selber schuld, warum habe ich ihn auch gekauft.)

Immerhin, ich bin gut gelandet.

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Susanne Ackstaller, Donnerstag, 02. April 2015, 12:09 Uhr
Kommentare: 6 | Aufrufe: 2150 | Kategorie: Lifestyle, Reisen, Taschen ,
 

Kommentare

  • Oh mein Gott!!!! Was für ein Glück, dass ich bisher von solchen Aktionen/Vorkommnissen/Schicksalen verschont worden bin. Gut - im Vergleich zu anderen, persönlichen und wirklichen Schicksalen, ist dies vermutlich gar keins, aber ich weiß nicht, ob mein vielleicht etwas verwöhnter und vermutlich auch ziemlich kleinkariert denkender norddeutscher Kopf das alles so gut verkraftet hätte.
    Du hast es auf jeden Fall wieder mal so toll beschrieben - vielen Dank dafür!
    LG
    Gunda

    Gunda von Hauptsache warme Füße!
    am Sonntag, 12. April 2015 um 12:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Ach, mir passiert sowas ständig. Vermutlich bin ich es schon ein wenig gewöhnt - irgendwie ziehe ich Streiks und schlechtes Wetter an. Ich bin schon häufiger am Boden geblieben. Man ja auch nix tun, außer sich ins Schicksal fügen. Gut, die Atltantiküberquerung ... puh, da wäre ich vermutlich auch hysterisch geworden! Aber bei mir ging es ja nur um ein paar Stunden.

      Besonders ärgerlich finde ich nur, dass die Mehrkosten in so einem Fall niemand trägt. Sturm und Streik sind höhere Gewalt ... Ich hoffe, nur dass das Atlantiküberquererpaar irgendeine Versicherung hatte.

      Susi
      am Dienstag, 14. April 2015 um 16:58 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich kann dir so gut nachfüllen - wir waren diejenigen am Tag nach dem Sturm.
    Ich bin zum Flieger GERANNT nach 3 stündigem Anstehen!

    Puuuuuh….
    Gut, dass der Koffer wieder da ist!

    Joanna
    am Samstag, 04. April 2015 um 17:14 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • OH NO!! Und dann noch mit der Angst, die Anschlussflüge zu verpassen??? Und dann noch Zwischen-Notlandung?? Puh.

      Was für ein ... äh ... Sch ... Abenteuer. :-p

      Susi
      am Samstag, 04. April 2015 um 17:18 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

  • Susi… der Tag klingt wie einer von denen, die wirklich kein Mensch braucht. Trotzdem hast Du das so toll und amüsant in Buchstaben verpackt. Und wenn ich an das arme Paar denke, dass die Atlantikpassage geplant hatte… puhhhh ... Ich drück Dir die Daumen, dass Du den Concealer wieder bekommst. Memo an mich: Concealer immer ins Handgepäck… <3
    Ich wünsche Dir ein wundervolles Osterwochenende - mit wenig Stress… lieber Gruß - Conny

    Conny
    am Donnerstag, 02. April 2015 um 19:58 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Ha! Heute (2 Tage später!) wird der Koffer auch schon geliefert! :-) So schnell geht das! ;-))))

      Susi
      am Freitag, 03. April 2015 um 10:19 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

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