mode-lifestyle
 

Puh. Was für eine Woche. Viele Buchstaben, viele Zahlen, viele Seiten. Wenig Schlaf. Viel Schokolade. Mit Schlafanzug an den Computer, gegen 11.30 Uhr endlich duschen, fünf Tage im selben Schlunz rumrennen. Kaffee: literweise. Sport: null.

Heute dann um 15.30 Uhr: Abgabe. Und nicht zum ersten Mal erfahre ich, warum Deadline Deadline heißt. Denn ich fühle mich wie tot. Und reif für ein Belebungsbad.

Wobei ich eigentlich nicht so wirklich gerne bade.

Erst lässt man stundenlang viel zu viel Wasser ein. Dann ist das Wasser zu heiß, und bis es endlich angenehm temperiert ist, ist es dann auch fast wieder zu kalt. Dann liegt man im Wasser, und wartet darauf, wieder rauszudürfen. Aber ein bisschen muss man nun schon bleiben, denn sonst wäre es ja eine noch schlimmere Wasserverschwendung als es ohnehin ist. Ob 8 Minuten für eine passable Ökobilanz reichen?

Man liegt also in der Wanne und wartet. Die Haut wartet mit und schrumpelt munter vor sich hin. Nach zirka 2 Minuten wechselt man von der Erst-Entspannung zur Langeweile. Lesen geht nicht. Handy auch nicht. Nachdenken? Zu anstrengend! Schließlich will man sich ja erholen.

Man liegt also in Seifenbrühe, wartet, schrumpelt, langweilt sich - und überlegt, was eigentlich das Tolle am Baden ist. Oder sein soll. Und warum sich Menschen runde Badewannen mit Whirleffekt zulegen oder einen Sternenhimmel aus kleinen Lämpchen über der Wanne installieren lassen. Liegend, wartend, schrumpelnd und sich langweilend stellt man dann also fest, dass man offensichtlich nicht ganz normal ist - sonst würde man die Baderei ja genießen.

Ach, weißte was. Ich lass das Baden, bestell mir eine Pizza und leg mich auf die Couch. Das entspannt auch. Und Wanne schrubben muss ich nachher auch nicht.

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 14. Februar 2014, 18:39 Uhr
Kommentare: 6 | Aufrufe: 3312 | Kategorie: Beauty, Modekolumne, | Tags: kolumneduschenbaden
Das könnte auch interessant sein:
Entfesselt – trotz Hosenträger. (Eine Oktoberfest-Kolumne.)
Ist doch alles ganz einfach. Oder? (Eine Kolumne über das einfache Leben.)
Stilistischer Albtrump.
 

Kommentare

  • Dank deinem Beitrag weiss ich nun, dass ich nicht die einzige ist, der es so ergeht.
    Als Kind liebte ich es, als meine Mutter die Wanne einliess. Ich konnte damals Stunden in der Badewanne verbringen, ohne dass mir langweilig wurde.
    Gott sei dank gibt es noch die Alternative zum Baden: Duschen ;)

    Gruss
    Xhele

    http://www.red-peeptoes.blogspot.ch

    Xhele
    am Dienstag, 11. März 2014 um 21:00 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich lese auch immer beim Baden (wenn ich denn mal bade), sonst wäre mir das auch zu langweilig. Und weil ich mich meist dann für ein Bad entscheide, wenn ich total fertig bin, ist das Lesen dann auch ein gutes Mittel, mich vor dem Einschlafen in der Wanne zu bewahren.

    Klar, ich nehme dann irgendein Taschenbuch mit in die Wanne, bei dem es nicht ganz so schlimm drauf ankäme, sollte ihm etwas zustoßen. (Bei einem Buch waren mal hinterher die Seiten aufgequollen, das sah komisch aus…)

    Richtig gemütlich wird es für mich kurzes Persönchen übrigens erst, wenn ich rechtzeitig daran denke, das spezielle Badewannenkissen mit den Saugnäpfen ans Kopfende der Wanne zu plöppeln. Das Kissen lagert bloß ganz oben auf dem Schrank und dort komme ich, weil kurz, wie gesagt, so schlecht an…

    Katja
    am Mittwoch, 19. Februar 2014 um 15:11 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich kann mich fast komplett den Worten von Andrea anschließen, denn auch ich liebe das Baden. Es beginnt mit dem Anzünden einiger Kerzen, ein Glas Wein, manchmal auch einen Happen zu essen, immer ein Buch gehören dazu - dann wird es sicherlich nicht langweilig sondern ist nur entspannend für Seele und Körper.

    Eva
    am Mittwoch, 19. Februar 2014 um 13:37 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • @Andrea: 1,5 Stunden? WOW! Ein echter Bade-Fan! Aber dass deine Haut das aushält und sogar noch weich davon wird?? Erstaunlich.

    @Petra: Hihi, eigentlich wollte ich das alles gar nicht schreiben - aber es strömte einfach so aus mir heraus ... :-))

    Susi
    am Sonntag, 16. Februar 2014 um 16:52 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Danke, Susi, danke. Endlich traut sich jemand, das auszusprechen: „Liegend, wartend, schrumpelnd und sich langweilend stellt man dann also fest, dass man offensichtlich nicht ganz normal ist - sonst würde man die Baderei ja genießen.” Ich bin ganz bei Dir!

    Petra
    am Samstag, 15. Februar 2014 um 13:22 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Also ich bade sicher nachher. Ins Bad kommt Lavendelbadeöl und viel Meersalz. Ich nehme entweder einen billigen Krimi oder Liebesschmonzette mit in die Wanne, stelle mir Ei Glas Wein hin, schmier mir Masken aufs Gesicht, schrubble Füße und andere bedürftige Stellen, schrumple vor mich hin, die Verspannungen lösen sich. Wundervoll. Nach 1,5 Stunden wanke ich direkt ins Bett, schlafe wie ein Baby und morgen früh habe ich dann auch zarte Haut wie ein Baby. Ich liebe es.

    Andrea
    am Freitag, 14. Februar 2014 um 21:20 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar:
 
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
  • Name*
     
  • Email*
     
  • Website
     
  • Kommentar*
     
  • CAPTCHA*
      
  •  
  •  
  •  
 
 

Zum nächsten Beitrag: Wochenend-Wow: Mardi Gras!

Zum nächsten Beitrag.

Zum vorherigen Beitrag: Frauen ab 50: Das Montagsinterview mit Anna Finken.

Zum vorherigen Beitrag.


Texterella per Mail abonnieren:







Herzblutdinge

Herzbluttexte




WERBUNG













KOOPERATIONEN




 
WERBUNG

© 2017 texterella.de | Susanne Ackstaller

Site by blogwork.de und Sibylle Zimmermann, hz-konzept.de