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(Foto: pixelio.de/Moni Sertel)

Nun, ich persönlich finde ja schon diese Dirndl hier schwer zu verdauen - aber ohne Krachfarben geht’s auf der Wies’n wohl gar nicht mehr. Und offensichtlich gibt es genug Frauen, die Dirndlschürzen in orangem Plastiksatin und ein Geschenkband samt Plastikblümel um den Hals ganz toll und schröcklich originell finden.

Was ich hier allerdings in der Süddeutschen lesen darf, das treibt mir regelrecht den Angstschweiß auf die Stirn - schließlich bin ich nächsten Montag selbst vor Ort. Und ich tendiere zu fragen: Ist die abendländisch-bayrische Oktoberfestkultur überhaupt noch zu retten?

Ich werde am Montag in meinem klassisch-schlichten Festdirndl auf jeden Fall wohl aussehen wie der bunte Hund.;-)

 
Susanne Ackstaller, Mittwoch, 23. September 2009, 23:42 Uhr
Kommentare: 11 | Aufrufe: 3200 | Kategorie: Meinungen, | Tags: oktoberfestmodegeschmackdirndl
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Kommentare

  • Liebe Moni! Oh, und ich wollte dir noch schreiben, dass ich es hier reingestellt habe. Tut mir leid, ich hatte es doch vergessen!

    Ad 2) Und ich habe eben einer Freundin erzählt, Dirndl könne jeder tragen - also zumindest die klassischen. Nein?

    Ad 4) Freut mich. :-)

    texterella
    am Mittwoch, 30. September 2009 um 13:03 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • 1. Habe mein Bild auf Deinem Blog „gefunden” - freut mich, dass es geholfen hat, Deinen Beitrag zu illustrieren :))
    2. Zum Dirndl ganz allgemein: Es gibt Frauen, die können es tragen, aber es gibt noch mehr Frauen, die NICHT :))
    3. Den ganzen „Trachten-Schnickschnack” auf dem Oktoberfest halte ich für überflüssig, es gehen sowieso nur noch überwiegend Touristen und sogenannte „Promis” hin :))
    4. Dein Blog gefällt mir sehr gut: Ich werde Dauerleser :))
    LG - moni

    moni sertel
    am Mittwoch, 30. September 2009 um 12:56 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Also ich fand das ganz spannend zu lesen, danke für den Wink! Hintergründe zu erfahren, find ich immer wieder spannend. Das waren also alles mal Fantasiegewänder ... :-)

    textdeluxe
    am Freitag, 25. September 2009 um 16:41 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Tschuldigung, ich mach jetzt hier nochmal Werbung: Irgendwie hat mich das Thema der Trachtenauthentizität dann doch noch etwas beschäftigt. Also konnte ich mich nicht beherrschen, noch einmal einen kurzen Abriss der eigentlich gar nicht so langen Trachtengeschichte herunterzuschreiben. Ganz subjektiv, teilweise etwas böse, und vielleicht sogar am Thema vorbei: http://www.maennig.de/2009/09/tracht/

    Ende des Werbeblocks. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

    Jens Arne Männig
    am Freitag, 25. September 2009 um 15:52 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich finde „punk” auch fast ein wenig euphemistisch - „geschmackslos” wäre richtiger ...

    texterella
    am Freitag, 25. September 2009 um 09:17 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich hab mir den Dirndlpunk mal angeschaut, aber was ist denn daran punkig?

    Andrea
    am Donnerstag, 24. September 2009 um 21:14 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Oh nein, weit davon entfernt! Sowohl von der Intention her als auch geographisch und kulturell ... ;-)

    Aber ich wundere mich gern und viel über solche Phänomene und auch über die Art, wie die Regeln da gemacht und gebrochen werden. Dadurch, dass man eine Dirndltracht für authentisch hält, ist ja die Evolution des Dirndls zum Beispiel offiziell zu einem bestimmten Zeitpunkt gestoppt - wenn zum Beispiel das Modell von 1874 dann als das gültige bestimmt wird.

    Dabei isses ja nicht so, dass ich Entgleisungen da nicht bemerken würde ... Insgesamt ist die Preußin da aber sicher doch dirndlliberaler.

    Schon gesehen?
    http://www.dirndlpunk.de/ ;-)

    textdeluxe
    am Donnerstag, 24. September 2009 um 13:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Also bitte: Jetzt fangt nicht noch an mein Feindbild zu zerstören ... ;-)))))))

    texterella
    am Donnerstag, 24. September 2009 um 10:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Sehr schön gesagt, Herr Männig! Ich muss gestehen, dass sich mir die Dirndl-Doktrin auch nicht so recht erschließt. Ok, es gibt also traditionsgemäß echte Trachten, es gibt demnach ungebührliche Tragweisen und es gibt die furchtbare Spezies der Billigdirndls, am verräterischen Reißverschluss zu erkennen. Wenn jetzt alle den Anspruch hätten, sich absolut traditionsgemäß volllaufen zu lassen, dann würde ich Kritik und Häme verstehen, aber der Ottonormalwiesnbesucher, will der das denn überhaupt, da authentisch aufschlagen? Ich glaube: nein. Sind auf einem Sauffest Geschmacklosigkeiten nicht vorprogrammiert? Ich werd’s nie wissen, für eine Besichtigung des Phänomens vertrag ich nicht genug Alkohol und ich fürchte, nüchtern würd ich’s da nicht aushalten.

    Ein sehr gutes Beispiel für die arge deutsche Verboten-Kultur ist das Fest wohl bestimmt ... Hosen für Frauen? Verboten!
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/808/487217/bilder/?img=4.0
    Ohne Bluse drunter? Verboten! Falsche Schuhe? Verboten. Doofe Hüte, mit denen Händler da sicher Millionen machen? Verboten. Ach, was mag ich „come as you are” gern. Aber wir haben hier auch nicht mal ne Tracht, die man sich monatelang vom Mund absparen müsste. ;-)

    textdeluxe
    am Donnerstag, 24. September 2009 um 10:32 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Nicht nur bei der Süddeutschen, auch im Internetauftritt der „Welt” hat man sich vor einigen Tagen über modische Entgleisungen auf dem Oktoberfest mokiert: http://www.welt.de/lifestyle/article4583407/Oktoberfest-2009.html Noch vor einigen Jahren ging die weit überwiegende Zahl der Münchner wie der nationalen und internationalen Gäste schlicht im „Schdråsngwand”, also in Alltagskleidung auf die Wiesn. Schließlich kann es sich auch nicht jeder leisten, neben horrenden Oktoberfestpreisen für Atzung und andere Aktivitäten noch handgenähte Spezialkleidung nur für diesen Event anzuschaffen, die ja im Gedränge des Mittelschiffs eines großen Bierzelts nur in seltenen Fällen ungeschoren davonkommt.

    Gleichzeitig mit dem Niedergang des Münchner Faschings hat nun aber eine Allianz aus Wirtschaft und Feierwütigen das Oktoberfest als neuen Party- und Verkleidungshöhepunkt des Jahreskreises erschlossen. Verkleidung ist immer Spaß, sich Verstellen und hat nur in den seltensten Fällen mit langfristiger Qualität oder gar ernsthafter Brauchtumspflege zu tun. Insofern ist es auch ein Witz, wenn selbst die „Qualitätspresse” mantrenhaft die Slogans von den „Modesünden” in diesem Umfeld wiederholt. Die entsprechenden Bildstrecken sind schlicht dazu da, Klicks zu generieren, um die Werbeeinnahmen der Webseiten zu erhöhen. Und das funktioniert in diesem Fall gerade deshalb so gut, weil man sich über die „grausamen Fehler und Geschmacklosigkeiten” der Anderen in diesem bildgewordenen Unterschichtenfernsehen so schön ergötzen kann.

    Jens Arne Männig
    am Donnerstag, 24. September 2009 um 09:46 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ja, da isser wieder o’zapft, der Quell des üblen Geschmacks. Jedes Jahr neue Grausligkeiten, noch schrecklicheres Schuhwerk und noch weiter weg von echter Tracht. Der SZ-Artikel fasst das sehr schön zusammen. In MEINEM Schrank hängen drei (weil auch mitten im Jahr immer mal wieder getragen) verschiedene typisch bayrische „Waschdirndl”, Länge bis Mitte Wade, dazu ein bunter Strauß verschiedenster Schürzen, Unterröcke und ein paar richtige Dirndlblusen, um Himmels Willen nicht schulterfrei. So muss das, jawoll. Was der Artikel zu kurz anreißt: Man trägt zum Dirndl niemals andere Schuhe als klassische Spangenpumps mit breitem Absatz. Keine Ballerinas, keine Schlampenstilettos, keine Chucks *ärks* und NEIN, niemals Panama-Jack-Stiefel. Wann des nachad ois stimmt, dann samma beinand.

    textzicke
    am Donnerstag, 24. September 2009 um 09:23 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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