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Langsam, aber sicher dürften der Modebranche die entblößbaren Körperteile ausgehen. Nach Beinen, Po und Bauch macht sich in diesem Sommer nämlich die Schulter nackig. „Off-Shoulder“ nennt sich der Trend – vulgo: Carmenbluse –, bei dem Damen ihre mehr oder weniger kalten Schultern zeigen. Das kann gut aussehen, muss aber nicht. Lifestyle-Blogs und Modemagazine erheben deshalb bereits mahnend ihre Stimmen, damit aus jeder Gabi, Sibylle und Renate auch wirklich eine stilechte Carmen wird.

Meine aktuelle Kolumne zum Thema

„Die nackte Unschuld.” Meine aktuelle Modekolumne für die WELT KOMPAKT.


Träger-BHs, so ihre klare Ansage, gehen zur schulterfreien Bluse zum Beispiel gar nicht. Nein, auch nicht die mit den transparenten Trägern aus Plastik. Die schon gar nicht! Da könnten Sie ja gleich in Birkenstocks und weißen Socken zum Flamencotanzen gehen! „Oben ohne“, so lautet die Empfehlung fürs Darunter – dann blitzt auch nix, wenn die Bluse unschuldig-lasziv noch ein bisschen tiefer rutscht. Allerdings engt dies auch den Kreis potenzieller Carmenblusenträgerinnen deutlich ein. Wobei: An mehr als B-Körbchen dürfte das ganze Gebausche und Geflattere und Geraffe ohnehin schnell ein bisschen zu viel Fiesta vor der Brust sein. Was gleichzeitig den Umkehrschluss zulässt, dass die vermeintlich rassige Namensgeberin – wer hätte das gedacht?! – ziemlich flachbrüstig gewesen sein dürfte. Knochig sollen die freigelegten Schlüsselbeine und Schultern allerdings auch wieder nicht aussehen. Ein bisschen üppig und sinnlich muss Frau Carmen trotz der gebotenen Schlankheit dann doch wirken. Ach, es ist schon ein Kreuz mit dieser Mode!

Aber noch mal zurück zur BH-Problematik: Damit Frauen mit mehr Oberweite in diesem Sommer nicht ausgegrenzt werden und heulend in der Ecke stehen müssen, hat die Modeindustrie dankenswerterweise das schulterfreie Jersey-Top mit Spagetti-Trägern erfunden. Darunter lassen sich möglicherweise auch BH-Träger verstecken. Vogue-Redakteurinnen müssen halt wegsehen.

(Die Kolumne erschien heute in der Print- und in der Online-Ausgabe der WELT KOMPAKT.)

***

Wer noch mehr WELT-Kolumnen aus meiner Feder lesen möchte – bitte schön: Hier sind meine gesammelten meine Mode- und Lifestyle-Kolumnen. Viel Spaß!

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 20. Mai 2016, 08:30 Uhr
Kommentare: 12 | Aufrufe: 2313 | Kategorie: Mode, Meinungen, Modekolumne, | Tags: off-shouldermodekolumnekolumnecarmenblusebluse
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Kommentare

  • OleOle, aber echt. Ein Glück muss man nicht jeden Trend mitmachen und diesen Sommer zeig ich der Carmen die kalte Schulter, der Carmenbluse meine ich. Soll sie halt alleine tanzen. Ätsch.

    Farbenfreundin
    am Mittwoch, 25. Mai 2016 um 14:31 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ein bisschen viel Fiesta…. Was für eine wunderbare Umschreibung. Genau so sieht das mit Rüschen bei viel Oberweite aus, der fehlende BH erledigt dann den Rest.
    Wie immer herrlich geschrieben.
    Liebe Grüße
    Andrea

    Andrea
    am Dienstag, 24. Mai 2016 um 19:04 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Es gibt aber auch BHs, mit besonderen Vorzeigeträgern. Also, die SOLL man sehen. Ich habe so ein Exemplar. Hätte ich eine Carmen-Bluse, würde ich ihn dazu tragen. Vogue-Redakteurin hin oder her. Ich finde solche Trägerblitzer allemal besser als einen BH ohne Träger zu tragen. Die kenne ich nur in unbequem.

    Dagmar
    am Freitag, 20. Mai 2016 um 16:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Diesen Sommer werde ich oft an Dich denken, liebe Susi: Jedes mal, wenn ich da „ein bisschen zu viel Fiesta vor der Brust” sehe. Caramba! ;-)

    Martina
    am Freitag, 20. Mai 2016 um 10:02 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich finde: Seit Carrie Bradshaw geht fast alles - wenn es zur Trägerin passt - auch ein unter dem Top vorblitzender BH-Träger. ;D

    Aber ich würde mich sicherheitshalber nicht mit einer Vouge-Redakteurin treffen, wenn ich so rumlaufe. ;))

    Anna
    am Freitag, 20. Mai 2016 um 09:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susi,
    da hast du mal wieder den Nagel auf denselben getroffen.
    Ich finde es ohnehin eine Unsitte und vollkommene Geschmacksverirrung, Tops und Shirts zu tragen, aus denen die BH-Träger - möglichst noch in Kontrastfarben - hervorschauen. Und die Plastikdinger gehen schon mal gar nicht. O-Ton einer Bekannten: „Man sieht es doch fast gar nicht.” Eben. Fast.

    Liebe Grüße

    Barbara Lotte
    am Freitag, 20. Mai 2016 um 09:16 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Och, das sehe ich mittlerweile lockerer. Wenn da unter einem Top mal ein Träger vorblitzt - so what. Aber diese Plastikteile zu schulterfrei ... neeee, das geht gar nicht!

      Susi
      am Freitag, 20. Mai 2016 um 17:33 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

    • @Barbara: Böse Zungen reden bei diesen hässlichen „Plastikdingern” auch von „Fleisch in Aspik”. Das trifft es ganz gut. Ich finde die auch furchtbar. ;)

      Anna
      am Freitag, 20. Mai 2016 um 09:37 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

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