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Sich selbst treu, aber dabei immer in Bewegung, im Fluss bleiben - nach diesem Credo lebt und arbeitet Petra Berthold. So wollte sie nach vielen Jahren als Print-Journalistin auch die andere Seite des Schreibtisches kennen lernen: Mit Anfang 30 übernahm sie das Pressebüro der „Lindenstraße” und arbeitete seitdem als selbstständige PR-Beraterin hauptsächlich für Fernsehsendungen. Dann, mit 50, bekam Petra wieder Lust auf Veränderungen, ergänzte das PR-Portfolio ihres Unternehmens Leitwolf Consulting um neue Dienstleistungen und arbeitet seitdem zunehmend auch als Dozentin. Im Frühjahr und im 20. Jahr ihrer Selbstständigkeit startet sie außerdem mit einer Weiterbildung in Sachen Social Media. Wow!


Das Leben ist bunt! Petra mit 52.

Sie selbst bezeichnet sich nicht als klassisch schön. Das mag sein. Aber dennoch gehört Petra für mich zu den attraktivsten 50plus-Frauen, die ich kenne: jung, selbstbewusst und mit einer Hammer-Ausstrahlung.

Wie bei jedem Montagsinterview war es spannend zu erfahren, was Aussehen und Mode für sie bedeuten.

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert? Welche Stilrichtung bevorzugst du?

Ich mag Mode, besitze aber überhaupt kein Markenbewusstsein. Ganz wichtig sind mir dagegen Farben, allen voran rot und schwarz. Aber auch orange, pink, türkis und blau findet man viel in meinem Kleiderschrank. In braun, weiß oder Pastelltönen sehe ich dafür aus wie Buttermilch mit Spucke. Meinen Stil würde ich als schlicht und zeitlos beschrieben. Rüschen und Schnörkel sind nichts für mich. Stattdessen versuche ich, meine Klamotten mit wenig Geld und Aufwand aufzupeppen: Eine rote Seidenblume leuchtet auf dem Revers des schwarzen Nadelstreifenblazers; zum orangefarbenen Pullover trage ich orangefarbene Socken zu schwarzen Lackpumps zu Jeans.

Apropos Jeans: Mein erstes Exemplar bekam ich mit 12, dunkelblau von Wrangler. Was war ich stolz! Und bis heute sind Jeans meine liebsten Begleiter, in der Freizeit mit T-Shirt und Cardigan, im Job mit feinerem Strickpullover und Blazer. Aber ich habe schon als Studentin gerne Röcke und Kleider getragen. Das hat sich nicht geändert, genau so wenig wie der Schnitt meiner Klamotten. Nach wie vor zeige ich eher Bein als Dekolleté. Und man sieht mich selten ohne Ohrringe, gerne lang und/oder bunt!

Hast du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches? Und warum?

Ich bin eine Aufheberin. Und da sich meine Figur im Laufe der Jahre nicht sooo sehr verändert hat, kann ich auch das blau-weiß gestreifte T-Shirt-Kleid aus dem Jahr 1979 noch tragen. Jedes Jahr überlege ich, es auszumustern. Doch der Schnitt (wie ein ärmelloses T-Shirt, wadenlang und mit Schlitz auf einer Seite) ist so wunderbar zeitlos. Darüber eine rote Bluse statt Blazer und hochhackige rote Pumps – fertig war das Dozentinnen-Outfit im Sommersemester.

Ebenfalls nicht wegwerfen kann ich meinen ersten Kaschmirpullover. Es ist bestimmt schon 20 Jahre alt, dunkelgrau, mit V-Ausschnitt Löcher an den Ellbogen, die demnächst schöne Lederflicken bekommen. Zu meinen aktuellen Lieblingsstücken gehören ein türkisfarbener Cord-Mantel vom Flohmarkt und türkis-blau-gemusterte Riemchenschuhe mit hohem Blockabsatz. Türkis ist einfach eine tolle Farbe – nicht nur für Mäntel und Schuhe.


Mitte 20: Drama Baby, Drama!

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert?

Im landläufigen Sinne als „schön“ habe ich mich nie empfunden. Als Jugendliche wollte ich immer so tolle grüne Augen haben wie meine Freundin Gerlinde. Und dazu blonde Wallelocken. Später haderte ich mit meinem breiten Kreuz, der fehlenden Taille und damit, dass die Waage immer ein paar Pfund zu viel anzeigte. Es hat Jahre gedauert, bis ich begriff, dass ich nie der große, schlanke, hanseatische Typ sein würde – und wohl auch nie eine Lady mit dezenter Perlenkette und einem blonden, eleganten, tief sitzenden Knoten.

Heute finde ich mich gut, so wie ich bin. Meistens zumindest. Ich weiß, was mir steht und was nicht. Nur Falten hätte ich gerne ein paar weniger. Aber wie sagte eine gleichaltrige Freundin letztens so schön: „Wenn wir schon nicht durch jugendliche Schönheit auffallen, dann wenigsten durch bunte Klamotten.“ Da ist was dran.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich benutze seit ewigen Zeiten Nivea-Babyseife und ph5 Eucerin-Creme für meine empfindliche Gesichtshaut sowie Bodylotion vom Discounter für den Rest. Mehr nicht. Dafür schminke ich mich, seit ich 14 bin. Aber im Gegensatz zu meiner wilden Zeit, in der man mich wegen meines exzessiven Gebrauchs von Kajal und Lidschatten auch „Zigeunerauge“ nannte, trage ich Farbe heute dezenter auf. Morgens nach dem Zähneputzen die Minimalversion: Rouge, ein Abdeckstift für die Augenringe und perlmuttfarbener Labello. Verlasse ich mein privates Umfeld, müssen es außerdem Kajal (braun), Lidschatten (grau-braun) und Wimperntusche (schwarz) sein. Darüber kommt – zumindest im Winter – transparenter Puder. Und auf die Lippen gehört Lippenstift, sonst sieht man sie ja gar nicht ;-) Am liebsten in Knallrot, Dunkelrot oder Orange. Außer dem Touche Éclat von Yves St. Laurent, dem Zauberstift aller Maskenbildner, benutze ich keinerlei Markenprodukte.

Hast du eine Lieblingsmarke?

Nur beim Parfüm. In der Beziehung bin ich ganz langweilig. Als Studentin stand ich jahrelang auf Patschuli. Mit knapp über 30 bekam ich KL von Lagerfeld geschenkt und habe nie etwas anderes benutzt, bis das Parfüm vor zwei Jahren endgültig aus dem Programm genommen wurde. Seitdem dufte ich nach Coco von Chanel – morgens, mittags, abends, nachts.


Langhaarig, Unschuldsblick und 22 Jahre jung ...

Verrätst du uns (d)ein Schönheitsgeheimnis?

Immer (!!!) abschminken, jeden Abend, egal, wie spät es ist. Sonst wird der Blick in den Spiegel am nächsten Morgen zum Albtraum. Und Lachen!!! Lachen hält jung. Lachen macht glücklich – sich selbst und andere. Lachen erleichtert das Leben. Lachen schafft Nähe. Lachen geht direkt ins Herz. Lachen macht schön!

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Meine Oma sagte immer: „Kind, wer weiß, wofür’s gut ist.” Und ich muss sagen: Sie hatte recht. Nichts geschieht ohne Grund …

Danke für deine Offenheit, Petra! (Dass das Parfüm KL nicht mehr am Markt ist, war übrigens ein echter Schocker für mich ...)

***

Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hier: Click and enjoy!

 
Susanne Ackstaller, Montag, 14. Januar 2013, 08:59 Uhr
Kommentare: 10 | Aufrufe: 8143 | Kategorie: Mode, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: stilschönheitpetra bertholdmodefrauen ab 50
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Kommentare

  • Ohhh, Coco, Du also auch??!! <3

    antje
    am Dienstag, 29. Januar 2013 um 13:18 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Schönes Interview, Petra! Ich weiß nun auch, was deine Geheimwaffe, der Touche Eclá von YSL, ist. Aber wie wählt man eigentlich den richtigen Farbton für sich aus? Heller als der Hautton, oder?

    Lisa
    am Freitag, 25. Januar 2013 um 19:41 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • sweet little 22 - bildhübsch und niedlich mit 22 -  - total attraktiv mit 52 - Super Powerfrau - mit ganz viel Herz ! und Schnauze -  mit Intellekt und Kreativität - freue mich, Dich zu kennen und mit Dir im Netzwerk zu sein - lG Elly

    Holz, Elly
    am Dienstag, 15. Januar 2013 um 00:14 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Lachen hält jung! Lachen macht glücklich! Na das unterschreibe ich sofort! Vielen Dank für das schöne Interview!

    Carola
    am Montag, 14. Januar 2013 um 15:48 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Breites Kreuz? Pfunde zu viel? Petra, entweder ich brauch eine neue Brille oder Du einen neuen Spiegel…

    Jutta
    am Montag, 14. Januar 2013 um 13:42 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich danke Euch für Eure netten Worte - und Susi, dass sie mich gefragt hat. Diese Dachrinnenfrisur war 1982 übrigens ganz up to date!

    Petra
    am Montag, 14. Januar 2013 um 13:41 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Woooooooooooooow - diese Jugendbildnisse sind bezaubernd schön!

    Und die ganze Petra ist der Knaller!

    Danke, liebe Susi, für dieses Interview!

    Michaela
    am Montag, 14. Januar 2013 um 12:36 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Waaah, dieses Bild mit der Dachrinnenfrisur - echt mutig ;-)))). Ansonsten: tolles Interview, tolle Petra!

    Annette
    am Montag, 14. Januar 2013 um 12:26 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Das ist auch mein Lieblingssatz! :-))

    Susi
    am Montag, 14. Januar 2013 um 11:11 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Haha, den Satz mit den bunten Klamotten merke ich mir, der ist ganz wunderbar! Danke für diese Einblicke, das habe ich wirklich gern gelesen.

    Heide
    am Montag, 14. Januar 2013 um 10:52 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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