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Martina Bloch. Wer länger in diesem Internet unterwegs ist, begegnet ihr, der begeisterten Netzwerkerin, früher oder später: bei twitter, Xing oder anderen sozialen Netzwerken.

Bei mir was es eher früher, denn ich kenne Martina seit ich das Internet kenne - also schon ziemlich lang. Dabei haben wir uns noch nie persönlich getroffen (was wirklich eine Schande ist!), aber immerhin schon telefoniert. Letztlich habe ich ihr sogar mein ganz persönliches Passion Project zu verdanken, denn sie hatte mich 2010 als Kolumnistin empfohlen, womit ich meine ersten Schritte in Richtung Modekolumne tat. Danke, Martina, auch dafür!

Mit 40 hat sich Martina mit ihrer Agentur für Unternehmenskontakte selbstständig gemacht. Weil sie in ihrem Beruf als Ingenieurin keine passende Stelle fand - heute ist sie über diese Fügung mehr als glücklich, längst ist ihr Beruf als leidenschaftliche Akquisiteurin zur Berufung geworden. Ihr Know-how vermittelt sie auch in Workshops und Seminaren. 

Martina und Mode? Ihre erste Reaktion auf meine Anfrage war Erstaunen. Und der Satz: Wer als Frau Schuhgröße 42 trage, könne gar nichts zu Mode sagen.

Nun, ich finde, das Nichts ist dann doch ganz spannend geworden ...

Aber lies selbst!

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert? Welche Stilrichtung bevorzugst du?

Als vierte von fünf Töchtern war „Mode” jetzt nicht das Wort, dass meine Kindheit prägte. Das war eher der Satz „Da können wir noch was rauslassen/engermachen/kürzen/verlängern, dann passt es dir!“, der in den ersten 15 Jahren meines Lebens die Frage „Was zieh ich im Sommer/Winter an?” prägte. Dann wuchs ich meinen Schwestern über den Kopf und konnte nichts mehr erben. Heureka, ich bekam nigelnagelneue Sachen, grandios.


Martina mit 27. Und Hinkelsteinen.

Wirklich modisch war ich nicht. Es war bei meiner Körpergrösse von 1,87 Meter - noch dazu vor so vielen Jahren – einfach sehr schwierig modisch zu denken, ich konnte ja froh sein, wenn ich überhaupt etwas fand, dass mir passte. Erstaunlich, dass ich deswegen jetzt nicht beim Psychiater sitze, was?

Aber ich hatte Ideen: Die Hosen, die mir IMMER zu kurz waren, bekamen breite, wild gemustert Borten angennäht, dazu trug ich dann Boots mit knallgelben Schnürsenkeln. Meine Vorstellung von chic, damals. Ja, ähem.

Wie sich meine Einstellung verändert hat? Nun, als Mädchen liebte ich Rüschen, Spitze, Glitzer, wollte Eislaufprinzessin werden. Tja, Rüschen und Spitze sahen dann doch etwas albern aus, es wurden Wollpullis, Bundfaltenhosen - und als Glitzerstiefelersatz Strassohringe.

Heute mag ich es primär klassisch - aber immer mal wieder mit Ausreißern. Gerne Doppelreiher, lange Jackets, Hosen, hin und wieder ein Rock, im Winter auch mal kürzer. Dazu gern wild gemusterte Strümpfe und glitzernde Ohringe, das gefällt mir.


50 plus: im Weihnachtskleid!

Hast du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches? Und warum?

Ja, im Moment sogar zwei. Das eine ist das karierte Weihnachtskleid. Weil es ganz klassisch ist und mir nach 20 Jahren immer noch passt und gefällt! :-) Das zweite ist ein knallblauer Mantel - das erste Ergebnis meines Passion Projects Nähen. Ich liebe ihn. Weil er ein Unikat ist, nur ich in solchem Blau herumlaufe und alles von mir selbst genäht wurde.

Ein weiterer Liebling ist meine Tausche-Tasche . Sie hat ein Fach für eine Postkarte, die ich je nach Lust und Laune einschieben kann. Liebe ich. Seitdem ich sie habe, sehe ich Querpostkarten mit ganz anderen Augen an und kaufe ganz viele.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert?

Als ich jung war, hieß es für norddeutsche Frauen: „Nehmen Sie Blau mit Weiß, das mögen Männer immer.” Das hat mich nachhaltig beeindruckt! So hat mich die Farbe blau immer begleitet, sie steht mir sehr gut. Ich mag sie, kombiniere sie aber mit anderen kräftige Farben wie Pink, Weinrot oder Mint.

Heute trage ich auch manchmal wildere Muster. Dazu habe ich gerade ein Passion Project in Arbeit, das sehr speziell ist. Leider kann ich es noch nicht zeigen. Gleichzeitig habe ich auch Grau als Farbe entdeckt; sie ist wunderbar mit Farbe zu mixen. Von grauen Kleidungsstücken will ich deshalb noch mehr haben.

Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Je älter ich werde, um so mehr ist mir die Meinung anderer egal. Ich muss erstmal nur mir gefallen. Und meinem Mann - dem will ich gefallen. Alle anderen dürfen denken, was sie wollen. Denen gefällt, wie ich aussehe - oder eben nicht. Wobei ich bei Kundentreffen schon darauf achte, was ich anziehe - von wegen seriös und so.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Lange Jahre nur Wasser und wenig Seife. Heute mehr Pflege. Dabei glaube ich an konstante, nicht an moderne oder teure Pflege. Dazu dann jeden Tag ein wenig Rouge und meist Augen-Make-up, um meine großen, leicht schrägen Augen, die ich sehr mag, zu betonen.

Denn wie lernte ich letztes Jahr: Du kannst dich saumies fühlen, aber du musst nichts so aussehen. Danke @xeni, der Spruch ist jetzt Maxime!

Hast du eine Lieblingsmarke?

Lieblingsmarke würde ich es nicht nennen. Es ist die Marke, die meiner Haut gut tut, bei der nix rot wird, nix juckt, durch die die Haut gepflegt wird. Ich mache gern Werbung dafür: Oil of Olaz.


Strahlende 36!

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Küsse und Lachen. Mehrmals täglich in großen Dosen.

Dazu carpe diem leben. Das meine ich sehr ernst. Wenn wir nicht jeden Tag sehen, was das Leben uns Gutes gibt, dann vergeuden wir den Großteil unseres Lebens mit dem Streben nach Geld, Macht, Status, goldenen Wasserhähnen. Wir verzehren uns nach dem, was wir nicht haben und missachten das, was uns gerade geschenkt wird.

Was für ein Jammer!

Wir, mein Mann und ich, leben bewusst im Hier und Jetzt. Und das ist ganz wunderbar.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Ja. Sieh, was es Gutes im Schlechten gibt. Es gibt immer etwas, IMMER! Es dauert nur manchmal, es zu finden.

Vielen Dank, liebe Martina, für deine Zeit und die spannenden Einblicke! :-)

***

Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hier: Click and enjoy!

 

 
Susanne Ackstaller, Montag, 08. April 2013, 09:00 Uhr
Kommentare: 4 | Aufrufe: 5090 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: stilschönheitmodemartina blochfrauen ab 50bewusstsein
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Kommentare

  • Hab dieses sympathische Interview heute erst gelesen. Es war für mich eine erfrischende Ermutigung nach einer stressigen Woche… jetzt lächle ich!

    Dorothea
    am Freitag, 19. April 2013 um 10:38 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich freue mich, Martinas Antworten hier zu lesen, sie fehlte ja auch wirklich noch in der Runde!!

    Antjer
    am Mittwoch, 10. April 2013 um 12:44 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Sehr sympathisches Interview!
    Besonders begeistert hat mich die Tausche-Tasche. So eine hätte ich auch gerne. :-)

    Corinna
    am Montag, 08. April 2013 um 16:07 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • „Sieh, was es Gutes im Schlechten gibt. Es gibt immer etwas, IMMER” Dreimal Unterschrieben und siebzehn Ausrufezeichen dahinter. Aber zu dieser Erkenntnis muss jeder selbst kommen, das ist nichts, was man anderen übermitteln kann. Und dazu braucht es wohl etwas Lebenserfahrung.

    Grüße! N.

    Nelja
    am Montag, 08. April 2013 um 10:07 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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