mode-lifestyle
 

Malu Schäfer ist eine jener wundertollen Frauen, die das Internet irgendwann irgendwie in mein Leben gespült hat, Gott sei dank! War es twitter oder facebook - ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall hatte ich Malu sofort im Kopf, als ich mit den Montagsinterviews startete - und ich freue mich, dass sie sich Zeit für meine Fragen genommen hat. Besonders, weil ich dadurch erfahren durfte, dass ich mit meinem Schicksal als Schneider-Enkelin und entsprechenden Erlebnissen nicht alleine auf der Welt bin. Sehr sympathisch finde ich auch ihre Ehrlichkeit zum Thema „schön altern” - so schön findet sie das nämlich gar nicht, zumindest nicht immer. Ja, das kenne ich. Wobei Malu für mich ein ganz wundervolles und mutmachendes Beispiel dafür ist, dass man mit zunehmendem Alter immer schöner werden kann.

Beruflich ist Malu Kommunikationsberaterin mit Schwerpunkt im Bereich Events und Social Media, privat Mutter von zwei erwachsenen Töchtern - und seit 25 Jahren Kampfsportlerin. Ja, richtig gelesen. Malu betreibt seit ihrem 30. Lebensjahr Karate und sagt darüber: „Es hat aber meine Haltung (innen und außen) geprägt, mein strategisches Denken geschärft, mein selbstbewusstes Auftreten und mir Gelassenheit gebracht.”

Aber lies einfach selbst, was sie sonst noch zu sagen hat ...


Malu Schäfer mit (fast) 55. Noch mehr Ausstrahlung geht gar nicht! (Foto: Daniel Banner )

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert? Welche Stilrichtung bevorzugst du?

Mode ist ein Thema, das mich Zeit meines Lebens beschäftigt hat. Ich bin geprägt von einer Oma, die Schneiderin war und einer Mutter, die eine begnadete Schneidermeisterin war. Ich bin aufgewachsen zwischen Stoffresten, aus denen man immer noch was zaubern konnte …

Meine Einstellung zur Mode schwankt zwischen Anpassung und Rebellion. Meine Mutter wollte mich immer in „hübschen Kleidern“ sehen, also lief ich als Jugendliche in Jeans und bodenlangen dunklen Mäntel herum. Einmal ging ich auf ihren Wunsch ein und sie nähte mir eine Rüschenbluse … Ich habe sie nur einmal getragen und dann heimlich in den Müll gesteckt.

Ich genieße es heute, dass frau alles tragen kann was sie will. Als ich jung war und zum Beispiel mini modern war, gab es nur Miniröcke. Da ich schon immer „mollig“ war, sah ich sehr unproportioniert darin aus. Meine Mutter nähte mir also „knieumspielend“, das aber war nicht modern. Da haben wir es heute wesentlich besser.


Mit 30 und mit Schnute.

Geändert hat sich meine Einstellung zur Mode nicht. Ich trage nach wie vor das, wozu ich Lust haben. Nur das, wozu ich Lust habe, ändert sich immer wieder mal. Oft sportlich in Jeans und Holzfällerhemden und genauso oft weiblich oder klassisch in Kleidern, Kostümen und Perlenketten. Aber es muss immer bequem sein. Wenn’s zwickt, fühle ich mich unwohl.

Eines ist geblieben: Mein Faible für schwarz (oder auch mal grau), gerne kombiniert mit leuchtenden Farben, rot, pink oder violett.

Und ganz wichtig ist: Die Schuhe müssen in der Farbe immer zum Kleid passen. Oftmals ist das ein Grund, neue Schuhe zu kaufen. Und wenn dann die Schuhverkäuferin zu mir sagt, man könne ja schwarze Schuhe zu einem marineblauen Kostüm tragen, verlasse ich schnaubend den Laden und kauf mir woanders rote Schuhe dazu!


Blondgelockte 25 ...

Hast du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches? Und warum?

Mein Lieblingsstück ist mein schwarzes Strickkleid (ich hoffe, das hält noch lange), weil das so richtig bequem und sehr flexibel kombinierbar ist. Unterschiedlich farbige Shirts drunter, kombiniert mit anderen Strumpffarben und passenden Schuhen, mal flach oder High Heel, einen anderen Schal oder doch der Perlenschmuck, und schon sehe ich jedes Mal anders aus damit. Im Moment trage ich es eher dezent mit violettem Shirt und Schal, schwarzen Strumpfhosen und Schuhen.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Verändert nicht so sehr, da ich nie dem gängigen Schönheitsideal entsprach und Gott sei Dank immer einen Freundeskreis hatte, in dem Schönheit nie aufs Äußerliche reduziert wurde. Trotzdem entwickelte sich in den letzten fünf Jahre so etwas wie Verständnis für Frauen, die mit dem Älter werden Schwierigkeiten haben.

Unter 50 hätte ich gesagt, nie würde ich auf die Idee kommen, was an meinem Aussehen ändern zu wollen. Jede Falte sei hart erarbeitet und zeige meinen Charakter. Heute kommt mir das „nie“ nicht mehr ganz so flüssig über die Lippen. Wenn ich morgens in den Spiegel schaue und müde Augen sehe, obwohl ich ausgeschlafen bin, und – ach du Schreck – Ringe unter den Augen habe .. dann denke ich schon mal über eine kleine OP an den Schlupflidern nach. Aber dann setze ich mein strahlendes Lächeln auf, das macht alles wieder wett.

Ich steh zu dem Satz „Wahre Schönheit kommt von innen!“ Mein Optimismus und meine Gelassenheit strahlen nach außen und andere sagen, das macht mich schön! Dann fühl ich mich schön.

Und wenn im Laufe der nächsten Jahre noch mehr Falten dazu kommen, kommt einfach auch mehr Charakter dazu. :-)


In Lieblingsfarben! (Foto: Elephanteum)

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte? Hast du eine Lieblingsmarke?

Weder noch. Eine Schulfreundin von mir ist Kosmetikerin und seit ich 20 bin, gehe ich regelmäßig zu ihr zur Behandlung. Ich nehme einfach die Produkte, die sie verkauft und die sie mir empfiehlt. Da bin ich echt zu bequem, mir was anderes zu suchen.
Beim Makeup ist es schon etwas anderes, da hab ich meine bewährten Produkte vor fünf Jahren gefunden und dabei bleibe ich auch.

Und auch meinem Parfum werde ich treu bleiben: L‘Instant von Guerlain. Da kommt mir nicht anderes an die Haut.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ja, Gelassenheit bewahren. Das heißt nicht, alles hinnehmen wie es kommt, im Gegenteil. Es bedeutet, egal wie es kommt, lass dich nicht aus der Ruhe bringen. In der Ruhe liegt die Kraft. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich mich aufrege und mich oft ärgere, spiegelt sich das in einem verbissenen Gesichtsausdruck und in matten Augen wieder. Das macht nicht hübsch!

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

„Panta rhei“ („Alles fließt“) – ist der Lauf der Dinge und fortwährende Provokation, mit der ich mich gerne auseinandersetze.

Danke für deine Zeit und deine Offenheit, Malu!

Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hier: Click and enjoy!

 
Susanne Ackstaller, Montag, 18. Februar 2013, 09:00 Uhr
Kommentare: 5 | Aufrufe: 6232 | Kategorie: Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: stilschönheitmodemalu schäferfrauen ab 50
Das könnte auch interessant sein:
Frauen ab 50: Das Montagsinterview mit Jutta Scherer.
Frauen ab 50: Das Montagsinterview mit Antje Winkler.
Frauen ab 50: Das Montagsinterview mit Barbara Maria Zollner.
 

Kommentare

  • Hach, ist das wieder ein schönes Interview. Offen, ehrlich, supersympathisch. Und soo vieles davon kommt mir soo bekannt vor! :-)

    Jutta
    am Montag, 18. Februar 2013 um 14:56 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Wie üblich ein geniales Interview, eine geniale Interviewte.
    @ Malu: Wer so wie du immer attraktiver wird, sollte nicht an sich herumschnippeln lassen, egal, wie verführerisch der Gedanke bisweilen ist. Wenn ich die Steigerung von 25 auf 55 so angucke—wie toll magst du dann erst mit 70 aussehen?
    @Susi: Da bin ich ganz deiner Meinung! Malu sollte den TT bereichern, aber so was von!

    Petra
    am Montag, 18. Februar 2013 um 14:49 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Wie schön der Artikel.

    Was ich zu meckern habe sage ich der lieben Malu dann persönlich.

    ;-)

    elephanteum
    am Montag, 18. Februar 2013 um 14:38 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Wie schön, danke, Michaela! :)

    Ich bin ja ohnehin dafür, dass Malu bald auch den Texttreff bereichert! ;))

    Susi
    am Montag, 18. Februar 2013 um 11:45 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Was für eine spannende, tolle Frau!

    Und der beste Beweis, dass diese Interviews bereichernd sind, selbst wenn man die Portraitierte gar nicht kennt ;-)

    Großes Kompliment!

    Michaela Pelz
    am Montag, 18. Februar 2013 um 11:43 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar:
 
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
  • Name*
     
  • Email*
     
  • Website
     
  • Kommentar*
     
  • CAPTCHA*
      
  •  
  •  
  •  
 
 

Zum nächsten Beitrag: Der Kaffee danach.

Zum nächsten Beitrag.

Zum vorherigen Beitrag: Sie mögen sich.

Zum vorherigen Beitrag.


Texterella per Mail abonnieren:







Herzblutdinge

Herzbluttexte




WERBUNG













KOOPERATIONEN




 
WERBUNG

© 2017 texterella.de | Susanne Ackstaller

Site by blogwork.de und Sibylle Zimmermann, hz-konzept.de