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Auch wenn das oberste Bild anderes vermuten lässt: An Heide Liebmann fällt als erstes ihr herzliches, mitreissendes Lachen auf - man kann oftmals gar nicht anders als mitzulachen. Aber es gibt eben auch eine andere, nachdenkliche Seite zu ihrem fröhlichen Wesen, und diese hat die Fotografin Beate Knappe ganz wunderbar authentisch eingefangen.

Authentizität - darum geht es Heide auch beruflich. Sie ist - mit 48 - im 10. Jahr selbstständig, und zwar als Potenzial- und Positionierungs-Coach. Heide ist die mit dem Nasenfaktor ;-). Mit authentischem Marketing unterstützt sie ihre Kunden und Kundinnen, die oftmals selber Kreative, Berater, Trainer oder Coaches sind. Sich selbst sieht sie als klassische „Scannerin“, wie Barbara Sher die kreativen Chaoten, die sich für tausendundeine Sache interessieren und ständig Input brauchen, so charmant nennt. Die sozialen Medien seien deshalb gerade für sie erfunden worden, sagt sie von sich, denn hier kann sie ihrem Informationshunger frönen, sich austauschen und Dinge erfahren, von denen sie vorher gar nicht wusste, dass sie sie wissen wollte.

Den schönsten Satz in ihrem Interview fand ich übrigens „Ich finde, ich werde mit jedem Lebensjahr schöner.” Boah - großartig! Das ist die richtige Einstellung beim Älterwerden. (Einen anderen, ebenfalls fabelhaften und inspirierenden Satz von Heide las ich letzthin hier in den Kommentaren: „Wo die Angst ist, da geht’s lang.” Danke, Heide, für diesen Satz!)

Aber lies selbst, was Heide sonst noch spannendes zu erzählen hat ...


Heide Liebmann. Mal nachdenklich ... (Foto: Beate Knappe)

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert? Welche Stilrichtung bevorzugst du?

Ich glaube, ich hatte sehr lang eher keine Einstellung zu Mode, und wenn, dann eine eher ablehnende. Frauen, die sich ständig aufhübschten und von nix anderem reden konnten, waren mir immer suspekt. Lippenstift war fast sowas wie Verrat am feministischen Ideal. Jaja. Das hat sich zum Glück im Laufe der Jahre gewandelt, ungefähr in dem Maß, wie ich ein positives Verhältnis zu meiner Weiblichkeit gefunden habe (wobei ich damit ausdrücklich nicht sagen will, dass Feminismus ein gestörtes Verhältnis zur Weiblichkeit bedeutet. Aber bei mir gab es diesen Zusammenhang durchaus. Feministin bin ich übrigens noch immer).

Mode ist wohl kein wesentlicher Bestandteil meines Lebens, und ich habe sehr wenig Markenbewusstsein. Aber ich weiß inzwischen ganz gut, was mir steht, und ich denke, ich habe über die Jahre meinen eigenen Stil entwickelt. Viel Farbe, vor allem das gesamte Lila-Spektrum, Petrol und Türkis sowie Brauntöne. Fast immer Jeans, im Sommer kombiniert mit netten Tops, oder sehr gerne mit Flatterkleidchen und Zehensandalen. Im Winter Strickkleider über Jeans mit bequemen und warmen Boots. Und ja, ich habe auch Schuhe mit hohen Absätzen, auf denen ich laufen kann. Aber es fühlt sich immer ungewohnt an, und der Anlass will wohl überlegt sein, zu dem ich sowas trage ;-).

Hast du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches? Und warum?

Im Grunde nicht. Ich habe immer mal wieder Lieblingsteilchen, die ich dann aber auch trage, bis sie in Fetzen gehen oder ich sie irgendwann dann doch Leid bin. Dass ich Kleidungsstücke ein Leben lang trage, kann ich mir gar nicht vorstellen. Schon weil sich meine Figur immer wieder ändert. Und ich brauche Abwechslung. Was allerdings immer im Kleiderschrank sein muss, sind Jeans, erwähnte ich das schon?


... mal mitreissend fröhlich!

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ich finde, ich werde mit jedem Lebensjahr schöner. Das liegt daran, dass ich zu immer mehr Gelassenheit und Annahme finde, was meinen Körper und mein Aussehen betrifft. Als ich 13 war, wog ich ungefähr so viel wie jetzt und fand mich - fett! Und total unattraktiv. Ich litt unter meiner Neurodermitis und konnte mich überhaupt nicht leiden. Heute mag ich meinen Körper, sorge einigermaßen gut für ihn, das heißt, ich bewege mich ausreichend und ernähre mich im Großen und Ganzen vernünftig, und Falten gehören zum Älterwerden eben einfach dazu und lassen mich völlig kalt. Ich betrachte auch gern „ältere“ Menschen. Wenn man ihnen ansieht, dass sie ihr Leben gelebt haben und sich das im Gesicht widerspiegelt, dann ist das doch wundervoll! Wie man sich freiwillig Botox spritzen lassen kann, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.


Mit 18 beim Ostermarsch in Stuttgart ...

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte? Hast du eine Lieblingsmarke?

Durch meine empfindliche Haut konnte ich früher das ganze parfümierte Zeugs ohnehin nicht benutzen. Deshalb habe ich auch wenig Zugang zur dekorativen Kosmetik, Puder und Rouge und so was verwende ich nie. Normalerweise gibt es bei mir Lidstrich und Wimperntusche, mehr nicht. Wenn ich ausgehe, kommt manchmal noch Lidschatten dazu und phasenweise auch mal Lippenstift. Aber den finde ich meistens so lästig, dass ich irgendwann vergesse, ihn nachzuziehen. Und das war’s dann ;-).

Ab und zu leiste ich mir mal was von Dr. Hauschka. Ich mag diesen Rosenduft so gern, und ich vertrage die Produkte auch sehr gut. Ansonsten nutze ich eine Urea-Bodylotion vom Discounter, die für meine trockene Haut einfach am besten ist. Auch Shampoo und sonstige Haarpflege kommen aus der Biolinie des Discounters. Bio ist mir im Zweifel wichtiger als ein toller Markenname.


... und mit 30 ein bisschen Vamp!

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Gar nicht geheim: Lachen. Oft und laut. Ich habe mal gelesen, dass Kinder bis zu 400 (!) mal am Tag laut lachen, die meisten Erwachsenen aber durchschnittlich nur noch 15 Mal. Ich arbeite daran, diesen Schnitt zu heben.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Die wechseln immer mal wieder. Mein aktuelles ist ein Zitat von Maxim Gorki: Wenn die Arbeit ein Vergnügen ist, wird das Leben zur Freude. Das habe ich mir für dieses Jahr als Leitbild gewählt.

Danke für deine Zeit, die spannenden Einblicke - und die Leitsprüche zum Darübernachdenken und Merken, Heide!

***

Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hier: Click and enjoy!

 

 

 

 
Susanne Ackstaller, Montag, 25. Februar 2013, 09:00 Uhr
Kommentare: 7 | Aufrufe: 5146 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: stilschönheitnasenfaktormodeheide liebmannfrauen ab 40coach
Das könnte auch interessant sein:
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Kommentare

  • Kann alles bestätigen: Heide sieht immer entzückender aus. Ich nehm mir ein Beispiel und gehe eine Runde lachen.

    Birgit Heintz
    am Dienstag, 26. Februar 2013 um 17:28 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • 15 Mal am Tag lachen? Das schaffe ich locker in zwei Stunden - und davon zwei Drittel über mich und meine Schusseligkeit. ;o)
    Das macht mich zwar nicht schön, aber seeehr gelassen und die Fotos von Heide lassen mich hoffen, dass die Schönheit noch kommt. :o)
    Wieder ein tolles Interview, wieder eine tolle Frau und eine Menge Aha-Effekte - Danke, Susanne und Heide!!!!!  :o)))

    Gaby Barg
    am Dienstag, 26. Februar 2013 um 02:21 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich liebe diese Serie und Heide ist natürlich eine enorme Bereicherung.

    Der Lachdurchschnitt eines Erwachsenen ist ja beängstigend niedrig. So geht das ja gar nicht.—Ich arbeite mit dir, Heide.

    Businesspussy
    am Montag, 25. Februar 2013 um 23:12 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Danke, ihr Lieben! Ich freu mich sehr über eure Rückmeldungen. Und ja, das Lach-Foto stammt in der Tat aus der Türkei, Bettina ;-).

    Heide
    am Montag, 25. Februar 2013 um 20:24 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Was für eine kluge Frau!

    Die außerdem (das ist der Vorteil, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht kennt) so herrlich albern sein kann!

    Übrigens bin ich persönlich sehr sehr froh, dass Heide ihre Kleidungsstücke nicht bis zur völligen Auflösung trägt ... sonst könnte mich dieser geniale lila Strickmantel, an dem ich sehr hänge, nicht schon seit geraumer Zeit kleiden ;-))

    Ein gelungener Montagmorgen nach dieser Lektüre, wahrlich!

    Michaela Pelz
    am Montag, 25. Februar 2013 um 10:49 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Wieder einmal ein ganz wunderbares Interview - danke, Susanne für diese großartige Idee und danke, Heide für die tollen Einblicke. Und das lachende Foto (Türkei!??) ist einfach nur großartig!!! :-)

    Herzlichst Bettina

    Bettina Stackelberg
    am Montag, 25. Februar 2013 um 10:29 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Heide - wenn ich dich nicht schon furchtbar gern hätte, würde ich es jetzt tun ;o))

    Christa Goede
    am Montag, 25. Februar 2013 um 10:12 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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