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Beauty- und Modeblogger sind 18 bis 25 Jahre alt, tragen Size Zero und dokumentieren ihr Dasein in Myriaden von mehr oder weniger gelungenen Fotosessions. Stimmt - fast. Denn vor kurzem habe ich eine der wenigen Ausnahmen zur Regel gefunden: Das fantastische Beautyblog „FabForties”, das sich wie der Name schon sagt, an die fabelhaften Frauen über 40 wendet. (Mehr Hintergründe zu FabForties erfährst du hier .)

Meine erste Tat war, das FabForties als Donnersblog vorzustellen. Meine zweite Irit Eser, eine der zwei Macherinnen zum Montagsinterview einzuladen – weil mich die Antworten einer 40plus-Beautyexpertin dann doch mal ganz besonders interessierten. Und eine Expertin ist sie definitiv, da muss man sich nicht lange durch ihr Blog lesen ...

In ihrem analogen Leben ist Irit übrigens Diplom-Statistikerin (!), wohnt mit Mann und zwei Töchtern in Dortmund und arbeitet als Projektleiterin für einen großen deutschen Energiekonzern. Und wie es der Zufall so will, verschlägt sie ein aktuelles Projekt derzeit regelmäßig in meine Gegend. Ein gemeinsamer Kaffee ist schon in Planung - derweilen bin ich mal wieder zwischen Erstaunen und Begeisterung, wie nah dieses weltweite Web alles macht und wie wunderbar es Menschen vernetzt und zusammenbringt.


Irit, 46. „Mein Schönheitsgeheimnis? LSF 50, jeden Tag!”

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert? Welche Stilrichtung bevorzugst du?

Mode ist mir mittlerweile sehr wichtig - allerdings pflege ich meine eigene Richtung. Ich war früher ein Waver (kennt vermutlich niemand mehr - das waren die mit den spitzen Schuhen, schwarzen Mänteln und verrückten Frisuren, die New Wave hörten) und bevorzuge seit fast 30 Jahren schwarze Kleidung, High Heels (am liebsten spitz) und gefärbte Haare.

Meine Kleidung sieht heute eigentlich nicht viel anders aus als damals: enge Röcke (knielang oder bis zum Knöchel), T-Shirts mit tiefen Ausschnitte, schmale (aber nicht hautnahe) Hosen - Jeans oder schwarz -, lange Mäntel, Jackets und Strickjacken. Hinzugekommen sind zwischenzeitlich Kleider. Niemals Blusen, weite Röcke, Rüschen, Schnickschnack. Fast immer einfarbig in schwarz, grau, beige, weiß, manchmal Kleider mit Muster, aber in derselben Farbfamilie. Ab und an garniert mit grün.

Mit anderen Worten: sehr geradliniges Styling, ich mag Calvin Klein. 


Die Achtziger: Drama, Baby, Drama!

Zwischendrin hatte ich allerdings mal eine Phase, in der mir Kleidung ziemlich egal war, so von Anfang 30 bis 42, ich trug nur noch flache Schuhe und schreckliche Sachen (vermutlich so eine Art Mütterkrankheit). Das hat sich mittlerweile wieder total geändert. Mein Kleiderschrank ist nicht sehr groß, aber alles passt und ich ziehe alles an. Das „Passen” liegt unter anderem daran, dass ich mir meine T-Shirts und Kleider zum größten Teil nähen lasse. Ich habe breite Schwimmerschultern und einen Bizeps – die wollen erstmal untergebracht werden. Normale Kleider sind mir meist oben zu eng und am Bauch zwei Nummern zu groß. 

Außerdem habe ich eine Schuhsammlung und ich sage nicht, wie viele ich habe. Und ich mag Ringe. Ich habe über 50 Stück, vom 1-Euro-Flohmarktteil bis sehr teuer, alle eher auffällig und manchmal auch sehr groß. Immer passend zur Kleidung, auf der linken Hand, rechts immer Ehering und meine beiden „Kinderringe”, die mir mein Mann geschenkt hat. Mit Ketten und Ohrringen habe ich es nicht so sehr, dafür aber mit teuren Uhren.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches? Und warum?

Meine geliebten T-Shirts und Kleider mit „Wickeloptik”. Mit Ausschnitt und schöner Unterwäsche fühle ich mich unschlagbar. 

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ich akzeptiere meine „Mängel” wie meine feinen Haare. Ist halt so, lässt sich nicht ändern. Und ich finde mich heute schöner als vor zehn Jahren, habe meinen Typ entwickelt – mit meinem Kleidungsstil, meiner Frisur (Bob in kupferrot) und auch mit meinem Makeup. Wobei schöner vermutlich der falsche Begriff ist: Ich fühle mich schlichtweg wohler in meiner Haut und betrachte Schönheitsideale von irgendwelchen Leuten sehr viel gelassener. Ich bin 46, habe zwei Kinder und Schwangerschaftsstreifen – ja, und? 


Ganz business.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte? Hast du eine Lieblingsmarke?

Das fragst du einen Beautyblogger? Ich halte Wasser und Seife für Teufelszeug :-) 

Ich benutze Sonnenschutz, Antioxidantien, AHA/BHA und Retin-A sowie milde Reinigung. Deren Wirkung ist nachgewiesen und ich finde, das sieht man auch an mir. Ansonsten probiere ich nur zu gerne neue Anti-Aging-Produkte (natürlich nur, wenn es auch eine halbwegs glaubhafte Studie dazu gibt). 

Mit Naturkosmetik kann ich nicht so viel anfangen. Ausnahme: Basisprodukte wie Reinigung, Feuchtigkeitscreme oder Bodylotion. Ich muss immer lachen, wenn ich lese, dass irgendein völlig unbekannter Indianerstamm eine ganz bestimmte Pflanze benutzt und alle deswegen schöne Haut haben und so weiter. Ich glaube auch nicht an den weit verbreiteten Ansatz in der Naturkosmetik, dass man die Haut in irgendein Gleichgewicht bringen kann durch Benutzung bestimmter Produkte. Nein, Haut und Haare sind in erster Linie eine Folge der Gene und genetisch gesteuerter Hormonausschüttung. Das habe ich während meiner Schwangerschaften gesehen: Ich habe mein Leben lang eher fettige Haut und muss meine Haare jeden Tag waschen - als ich schwanger war, hatte ich auf einmal trockene Haut und habe nur noch aus Gewohnheit meine Haare zweimal wöchentlich gewaschen.

Eine Lieblingsmarke habe ich nicht, ich schaue lieber auf die Inhaltsstoffe. 

Hast du ein Schönheitsgeheimnis? 

Sonnenschutz mit UVA-Schutz und SPF 50 jeden Tag. Verlängert die Falten- und pigmentfleckenlose Zeit deutlich. Und jeden Abend abschminken, immer, egal wie spät oder wie betrunken. 

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet??

Ja, nämlich dass ich für mich verantwortlich bin. Man kann sich Ratschläge einholen, aber letzten Endes muss man selbst schaffen, was man erreichen möchte. Entweder packt man das alleine - oder eben nicht. Wie sagte schon Bert Brecht: Wie man sich bettet, so liegt man, es deckt einen doch keiner zu.

Vielen Dank, Irit, fürs Dabeisein - und für FabForties! :-)

***

Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hier: Click and enjoy!

 
Susanne Ackstaller, Montag, 25. März 2013, 09:00 Uhr
Kommentare: 12 | Aufrufe: 8821 | Kategorie: Beauty, Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: stilschönheitmodeirit eserfrauen ab 40fabforties
Das könnte auch interessant sein:
Frauen ab 40: Ein Montagsinterview mit Heide Liebmann.
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Frauen ab 40: Das Montagsinterview mit Snezana Galijas.
 

Kommentare

  • mir ist das jetzt zu blöd, über etwas lachen heißt noch lange nicht, dass man sich darüber lustig macht. Und abgesehen davon ist das ein bewusst überzogenes Beispiel, aber Ironie scheint auch eher unbekannt zu sein.

    Und was ist das überhaupt für eine Formulierung? „Kritik können sie nicht ertragen”. Ich bin nicht „sie”.

    Was du machst, ist keine Kritik, sondern Statements in einem übergriffigen Tonfall.

    Irit
    am Donnerstag, 29. August 2013 um 11:19 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Kritik können sie nicht vertragen.
    Ich kann es einfach nicht ertragen,wenn sich jemand über
    Andere lustig macht.
    „ich muss immer lachen, wenn sich irgendein völlig unbekannter indianerstamm….

    Donnaemma
    am Donnerstag, 29. August 2013 um 09:40 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • da bist du ja offensichtlich nicht so gut - oder warum habe ich gestern eine Mail bekommen, dass deine Mail von meiner Website gelöscht werden soll? Stänkerst du halt woanders weiter, denn inhaltlich kommt ja eher wenig bis nichts.

    Ich frage mich immer, woher das Bedürfnis kommt, im Internet anonym über andere herzufallen. Ist vermutlich deutlich einfacher als im wahren Leben - oder bist du da auch so „freundlich” zu dir unbekannten Personen?

    Irit
    am Donnerstag, 29. August 2013 um 09:17 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Wer austeilt, muss auch einstecken können!!!!

    Donnaemma
    am Donnerstag, 29. August 2013 um 09:12 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Und Frau Donnaemma mosert gerne über die Kommentare anderer? Sollte sie mal überdenken. ;-)

    Martina
    am Donnerstag, 29. August 2013 um 01:22 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ja, ja ,Frau eser macht sich gerne lustig über den „
    „Ansatz”  der Naturkosmetik.
    Den Indianerstamm, der irgendeine Pflanze benutzt usw…
    Sie sollte das mal neu überdenken.

    Donnaemma
    am Mittwoch, 28. August 2013 um 09:37 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Tolles Interview ! Interessante Persönlichkeit mit enorm positiver Ausstrahlung. Und einiges Gesagte werden ich mir hinter den Spiegel hängen - in meinem Kleiderschrank sind immer noch zuviele Sachen, die dort nicht mehr hineingehören - aber ich hatte sie doch alle mal so lieb ;)
    Und danke für die Erinnerung an dieses Mantra - ich vergesse ab und zu, wie wahr es ist.

    April
    am Mittwoch, 27. März 2013 um 11:35 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • so nette Kommentare :-)

    @Petra: ich muss dich enttäuschen, ich bin eine waschechte rheinische Frohnatur - aber seit 85 in Dortmund, also eingemeindet ;-)

    Irit
    am Dienstag, 26. März 2013 um 00:06 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Klasse, das Interview. Gelassenheit macht schön!

    „Mein Kleiderschrank ist nicht sehr groß, aber alles passt und ich ziehe alles an.”

    Guter Punkt. Viel zu oft behalte ich etwas, weil ich hoffe, dass das Kleidungsstück auf wundersame Weise irgendwann doch oder wieder passt. In der Zwischenzeit nimmt es Platz weg, bis es dann doch irgendwann rausfliegt.

    Wibke
    am Montag, 25. März 2013 um 19:03 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ja, so sind sie, die Mädels aus dem Kohlenpott: geradeaus, direkt und mit breitem Kreuz ;-) Klasse Interview, klasse Frau!

    Petra
    am Montag, 25. März 2013 um 13:35 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Selten jemanden gesehen, dessen Foto (ohne die Person „in echt” zu kennen) mich so zum Mit-Lächeln gebracht hat!!

    Wahnsinn!
    Welch eine Ausstrahlung!

    Viele Grüße und danke fürs Interview!

    Michaela
    am Montag, 25. März 2013 um 12:47 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Kaum ist man weg gezogen aus Dortmund, lernt man interessante Leute von dort kennen ... tja, ist wohl häufig so.
    Das Mantra ist sehr wahr: wenn du etwas wirklich willst, dann kümmere dich selbst darum. Das verstehe ich übrigens unter Emanzipation, die Möglichkeit und die Fähigkeit seine Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

    Grüße! N.

    Nelja
    am Montag, 25. März 2013 um 11:30 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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