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Es gibt Menschen, die versprühen gute Laune. Man fühlt sich sofort besser in ihrer Gesellschaft. Ines Knerr ist so ein Mensch. Dabei kenne ich sie nicht mal persönlich – der Kontakt kam über meine Netzwerk-Kollegin Annette zustande –, aber als ich ihre ersten Fotos und vor allem ihr strahlendes Lachen sah, musste ich sofort zurücklächeln. Danke dafür, liebe Ines!

Und auch das merkt man sofort: Ines ist ein fröhlich-bunter Mensch. Das gilt sowohl für die Kleider, die sie trägt, als auch für ihren Lebenslauf. Unfassbar, was da alles dabei ist: Klassische Werbung, Unternehmenskommunikation, Coaching, E-Learning, Beratung für E-Business, Konzeption von Social-Media-Strategien, Mitarbeit an Forschungsprojekten und und und – da komme ich ja schon beim Tippen aus der Puste! Am spannendsten fand ich das Unternehmenstheater, das sie vor einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann gegründet hat: „Wir spielen bei (Unternehmens-)Events, Kongressen, Tagungen, Jubiläen, Festen und Feiern”, erklärt mir Ines. „Unsere Akteure sind zunächst nicht als Schauspieler zu erkennen, sondern sehen aus wie Gäste, Kellner oder Fotografen. Nach und nach ergibt sich ein improvisiertes Spiel mit dem Publikum, der Vortrag entwickelt sich ein bisschen schräg, einige Zuschauer aus dem Plenum stehen auf und fangen an zu singen …das Finale ist grundsätzlich eine Show, die keiner so schnell vergisst!”



Ines Knerr, 47.


Und sonst? Lebt Ines mit Mann, Tochter und Hund im Süden von Hamburg auf dem Land, lacht gerne und pflegt ein offenes Haus mit Freunden, Kaffee und Kuchen. Was für ein Leben! Was für eine Frau!

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Schon als Kind habe ich mich für Malen, Zeichnen, Entwerfen begeistert und das hat sich natürlich auch auf den Modegeschmack ausgewirkt. Während der Pubertät hätten meine Eltern sicher häufig gerne abgestritten, dass ich wirklich ihre Tochter bin – aber mein Hang zu schrägen Kombinationen (z.B. weiße Unterhosen für die Dame aus dem 18. Jahrhundert, kombiniert mit bunten Strumpfhosen, einem alten Trenchcoat vom Dachboden und Palästinensertuch) hat sich im Laufe meines Studium normalisiert.

„Man muss das Leben tanzen!” (1991)

Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert – und warum?

Mein erster Chef ermahnt mich, mir doch mal Gedanken über meine Zirkusklamotten zu machen – ich würde schließlich das Marketing eines Finanzdienstleisters repräsentieren. Naja, ich wechselte dann in die New Economy, beriet auch dort Kunden, durfte dabei zwar seriös, aber dennoch etwas kreativer gekleidet gehen.


Hauptsache bunt. (2014)


Nach Gründung meiner ersten Firma wollte ich jedoch eher als Geschäftsführerin wahrgenommen werden. Nach und nach entwickelte ich meinen Stil, der sowohl Business Dress (aber durchaus auch mal eigenwillig) als auch Freizeitklamotte, geeignet für Hundespaziergang und Grillfest, umfasst. Von Highheels über Turnschuhe und Gummistiefel ist alles dabei. Hauptsache: bunt. Meine neuesten Errungenschaften sind ein knallroter Blazer, eine kanariengelbe Jacke, ein rosa Mantel mit Kranichmotiven und silberfarbene Turnschuhe.

Auf Markenklamotten stehe ich jedoch nicht und ich folge nicht jedem Trend – Kleidung muss mir halt gefallen und vor allem passen. Ich bin nur 1,54 Meter groß und trage Schuhgröße 35, das schließt automatisch so einiges aus.

Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Ich denke, die 70er und 80er hatten schon Einfluss, aber regelrechte Vorbilder hatte ich nicht. Ich probierte karierte Karottenhosen aus, Collegeschuhe und Schlabberröcke, Schulterpolster, Plateauschuhe, Petticoats, Satinblusen in pink ...

Apropos kariert: Meinen Mann lernte ich kennen, als ich mit einem rot/bunt-karierten Blazer auf einer Messe stand und er mit dem gleichen bunten Schottenmuster als schräge Mütze auftauchte – das war wahrscheinlich ein Zeichen. :-)

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Mein derzeitiges Lieblingsstück ist ein Gehrock oder Kurzmantel in Nachtblau mit bunten Motiven.

Typisch für mich ist übrigens die Story drumrum:

Wir waren auf der Hochzeit von Freunden eingeladen. Die Trauungszeremonie sollte nachmittags auf einem Bauernhof in lässiger Sommerkleidung stattfinden, abends dann die Feier. Beim Kaffeetrinken lernten wir an unserem Tisch ein Paar kenne, das nicht nur sehr nett, sondern auch sehr gut gekleidet war. So trug die Dame knallorange Schuhe, die ganz meinem Geschmack entsprachen. Mein Man, der sehr gerne shoppen geht, fragte natürlich sofort, wo man diese Schuhe kaufen konnte und hatte zwischen Kaffeetrinken und Abendveranstaltung nichts besseres zu tun, als mit mir einen Umweg von 20 Kilometer zu fahren, um ganz kurz bei Freunden vorbei zuschauen, die ein Schuhmoden-Café führen. Dort fanden wir zwar keine passenden Schuhe für mich, aber eben den Kurzmantel in nachtblau mit bunten Motiven. In meiner Größe hing er allerdings in einem anderen Laden – ca. 10 Kilometer entfernt. Also fuhren wir auch dort noch schnell hin. Der Mantel passte sofort und wir fanden, dass ich den natürlich abends anziehen müsste. Allerdings passte dazu mein eigentlich geplantes Outfit nicht mehr.


Ines Knerr. DER Gehrock.

DER Gehrock. (2015)


Also kauften wir zu dem Mantel noch schnell das passende Kleid in Koralle, eine Clutch in Quietschgrün. Gott sei dank hatte ich gerade quietschgrüne Highheels geshoppt… Ratz fatz nach Hause, umziehen und wieder los zur Hochzeitsfeier. Pünktlich um 19 Uhr standen wir neu eingekleidet beim Empfang!

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Manchmal trauere ich meiner früheren Figur hinterher. Während meiner Schwangerschaft hatte ich ziemlich zugenommen. Das Gewicht habe ich nach der Geburt meiner Tochter (ich war 38) zwar wieder abgenommen, meine alte Figur war allerdings perdu. Mittlerweile versuche ich meinen Frieden mit den paar überflüssigen Pfunden zu machen.



„Älterwerden finde ich nicht schlimm.” (2013)


Ansonsten finde ich das Älterwerden nicht schlimm. Ich bin stolz auf meinen „Platinsträhne“, die ich bei meinen ersten Haartönversuchen ausgespart habe! Sie gehört halt zu mir!

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich bin Atopiker und muss somit immer aufpassen, um keinen Neurodermitis-Schub zu riskieren. Ich verwende seit Jahren Urea-Produkte, ansonsten gibt´s bei mit kein Make-up – außer Kajal und Wimperntusche. Und immer Lippenstift – der hilft am besten gegen spröde Lippen!

Alles andere – wenn nicht medizinisch notwendig – finde ich meist entsetzlich. Hier meine ich operative Eingriffe, Botox etc.

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?


Lippenstift (von Manhattan), Kajal, Haarbürste. (Zahnbürste und Shampoo setze ich mal voraus.)

Weihnachten mit Hütchen. (2004)

Wenn du dir ein (noch nicht existierendes) Produkt von der Kosmetikbranche wünschen dürftest: Welches wäre das?

Tja ... da fällt mir jetzt wirklich nichts ein.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ich glaube daran, dass weniger mehr ist. Ich versuche mich – einigermaßen – ausgewogen zu ernähren und bin viel an der frischen Luft. Ich rauche nicht, trinke dafür aber gern mal ein Wein oder auch ein frisch gezapftes Bier.


Business Woman. (2014)


Ich werde häufig auf meine „gute Haut“ angesprochen. Offensichtlich tut mir die einfache Urea-Creme aus dem Drogeriemarkt gut. Ansonsten kommt nur Wasser ans Gesicht.

Was würdest du in Sachen Schönheit gerne mal ausprobieren? (Haare rot färben, Botox, falsche Wimpern, Pixie-Schnitt ...)

Eigentlich hätte ich gern mal nen echten Wuschelkopf: Locken, die aber ganz natürlich aussehen. Dauerwellen traue ich aber nicht – wenn´s schiefgeht?

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Ich lache für mein Leben gern und halte es mittlerweile so wie meine Tochter mit ihrem morgendlichen Ruf, seit sie zwei Jahre alt ist: „Ich hab gute Laauuuuunääääää!“


Danke, liebe Ines, fürs Dabeisein – und für deine sprühende Laune! Locken hätte ich übrigens ebenfalls zu gerne mal, habe aber auch seit Jahrzehnten Angst vor einer misslungenen Dauerwelle.


***
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Susanne Ackstaller, Montag, 15. Juni 2015, 06:00 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 3474 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: schönheitmontagsinterviewmodeinterviewines knerrfrauen ab 40beautyanti-agingälterwerden
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