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Emma Melzer. Sie ist Wirtschaftsingenieurin für Maschinenbau und Fahrzeugwesen, DIY-Bloggerin auf Frühstück bei Emma – und die einzige Frau, die ich kenne, die in Gelb einfach fa-bel-haft aussieht. Plus: ein klarer Fall von „Oh, das wusste ich vor diesem Interview gar nicht!” – nämlich, dass Emma gerne Bücher über Astrophysik liest. Und dass sie Astronautin werden wollte, um das riesige Universum ein Stück weit besser zu verstehen. Auch wenn dieses Unterfangen, mit 42 und drei Kindern, mittlerweile unmöglich geworden ist – die Faszination ist geblieben.

Was an Emma noch auffällt: ihre Großherzigkeit, ihr soziales Engagement für Kinder und Menschen, die Unterstützung brauchen („Ich möchte meinen Kindern ein Vorbild sein”) und ihre Gelassenheit. Dabei war Emma lange ein unruhiger Geist, eine Reisende. Umzüge prägten ihr Leben: Geboren in Madrid, aufgewachsen in München, dann Schwarzwald, Stuttgart, Detroit, danach wieder München … Erst mit ihren Kindern wurde sie sesshaft. „So spannend mein beruflicher Weg bis zum ersten Kind war, so glücklich bin ich heute. Bis 14 Uhr verwirkliche ich mich als Bloggerin, verkaufe die Dinge, die ich fürs Blog produziere oder arbeite in der Rechtsanwaltskanzlei meines Mannes – ab 14 Uhr verwirkliche ich mich als Mutter.” Klasse. Ich wünschte, es gäbe mehr Menschen, die so sehr mit sich im Reinen sind.


Emma in gelb. Die einzige Frau, der das auch steht. (2014)
Emma Melzer, 42.


Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Liebe Susi, danke für die Zeitreise, die ich wegen deines Interviews machen durfte. Ich habe alte Fotos durchgesehen und dabei festgestellt, dass ich mich vom Stil her kaum verändert habe.

Ich mag es gerne Ton in Ton, immer schon. Dunkelblau zieht sich durch mein Leben – und meine langen Haare. Ich habe sie nur zweimal abgeschnitten und es jedes Mal bitter bereut. Oh, und dann war da noch das Dauerwellen-Fiasko! Die 80er waren fies …!


Emma Melzer: Selfie in Dunkelblau
Selfie in Dunkelblau! (2014)


Beim Durchsehen der Bilder ist mir aufgefallen, dass ich sehr gerne kurze Hosen und auch Kleider trage! Das war mir bislang gar nicht so bewusst!

Immer schon war ich auf der Suche nach einem „it-piece“: dem Detail, dass das Outfit für mich abrundet. Gleichzeitig habe ich immer „mein Ding” gemacht. Die Moonwashed Jeans der 80er zum Beispiel – total angesagt, dennoch konnte ich mich damit nicht anfreunden. Ich fand und finde sie bis heute unmöglich. Trends habe ich eigentlich nie mitgemacht, dennoch hörte ich oft, dass anderen gefiel, was ich trug. Und das ist auch heute noch so.


Emma im Yosemite Park
In Shorts im Yosemite Park (2003)


Manchmal denke ich aber auch, dass mein Stil eigentlich ziemlich langweilig ist. Vielleicht aber liegt das daran, dass ich ein sehr zufriedener Mensch bin und deshalb wenig mit meinem Äußeren anstelle. Es ist für mich okay, wie es ist. Ich mache mir da eigentlich nie Gedanken darüber, über Kleidung sowieso nicht. Ich habe bestimmt den kleinsten Kleiderschrank aller meiner Freundinnen und Bekannten.


Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert?

Viel verändert hat sich da nicht. Ich mag es auf jeden Fall bequem. Shoppen gehe ich überhaupt nicht gerne, von stundenlangen Anproben gar nicht zu reden! Gott sei dank weiß ich, wo ich die Sachen bekomme, die ich mag: Jeans bei Closed oder Diesel, mit hohem Bund und enganliegend, eher selten blau, gerne beige und grau. Dazu eine Bluse und drüber einen Wollpullover. Und ich es schicker will: In der Türkenstraße in München gibt es tolle Läden, da finde ich immer was.

Ich habe außerdem noch einige schwarze Kleider von Hugo Boss. Damit ist man immer gut angezogen, wenn es mal feiner sein soll oder muss. Nichts extravagantes, aber ich fühle mich mit den Sachen sehr wohl.

Auch wenn ich in meinem Blog viel DIY zeige: Selbstgenähtes trage ich eher selten. Die selbstgenähten Sachen, die ich im Blog zeige, sind dann doch sehr bunt und ich bin ja eher der Ton-in-Ton-Typ.


Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Ganz klar: meine Mutter. Sie hatte schon immer einen tollen Stil und eine wunderbare Kombinationsgabe. Sie ist 70 und sieht immer fabelhaft aus. Und vor allem: mit wenig Aufwand ganz großer Wow-Effekt. Nun, ich bekomme das nicht ganz so gut hin wie sie. Sie ist einfach ein Mode-Naturtalent. Allerdings geht sie auch gerne einkaufen und bummeln. Das ist wohl der entscheidende Unterschied …

Emma auf dem Empire State Building
„Ich liebe Reisen!” Auf dem Empire State Buildung (2013)


Ich habe aber auch einen Designer, den ich wirklich gerne mag: Marc Jacobs. Ich habe das eine oder andere Kleid hier hängen. Seinen Stil mag ich sehr.


Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Zwei. Ein Kleid von Yves Saint Laurent und eins von Marc Jacobs. Beide habe ich schon seit vielen vielen Jahren, sie sind einfach zeitlos schön. Ich ziehe sie allerdings auch nur alle Jubeljahre mal an.


Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Klar hat sie sich verändert. Bis ich 40 wurde, habe ich zum Beispiel nicht viel auf Pflege und Kosmetik gegeben. Unzählige Male habe ich mich abends nicht mal abgeschminkt – allerdings schminke ich mich aber auch sehr selten. Nun, meine Haut hat es überlebt! Jetzt, mit 42, habe ich jedoch einiges an Pflegeprodukten im Bad stehen.


Emma mit 30 am Strand von Los Angeles
Am Strand von Los Angeles (2003).


Beim Aussehen hat sich für mich nicht viel verändert. Optisch bin ich mir immer irgendwie treu geblieben. Es gibt ein paar No-Gos für mich – aber auch die gibt es schon seit Jahrzehnten. Im Leo-Look würde ich mich zum Beispiel nicht wohlfühlen, ich kenne aber viele Frauen, die das selbstbewusst tragen und toll damit aussehen. Grundsätzlich bin ich auch modisch der Leben-und-Leben-Lassen-Typ. Ich mag Frauen, die sich extravagant kleiden genauso gerne wie dezente. Letztlich macht es ja doch die Ausstrahlung, egal was man trägt.


Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich glaube definitiv an die Möglichkeiten moderner Produkte. Vor drei Jahren bekam ich zum Beispiel Pigmentflecken und die habe ich mit Pflegeprodukten dann tatsächlich so gut wie weg bekommen. Seit Neustem verwende ich eine tolle Augencreme (Vichy Liftactiv Eyes Anti-Wrinkle & Firming Care plus im Winter Clinique All about Eyes) – da wurde ich tatsächlich gefragt, ob ich etwas „hätte machen lassen“, um die Augen.


Emma mit 20 in Paris
Paris! Mit knallrotem Lippenstift! (1994)


Ich verwende jeden Tag ein Serum gegen diese Pigmentstörungen plus die passende Tagescreme dazu. Meine Haut peele ich zweimal in der Woche und benutze zur Reinigung eine Ultraschall-Bürste. Volles Programm also. Allerdings schminke ich mich selten (nur Wimperntusche benutze ich täglich) und ich trinke viel Wasser und Tee.


Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei Kosmetikprodukte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Ich kaufe mir die Handcreme von L’Occitaine. Den Geruch liebe ich! Und natürlich mein Clinique Even Better Dark Spot Corrector. Und – auch wenn das mit den kleineren Poren nicht funktioniert nicht – das Global Perfect Serum von Sisley . Die ätherischen Öle, der Geruch, das Gefühl auf der Haut – einfach wundervoll. Nur die Poren, die werden nicht kleiner davon!


Wenn du dir ein (noch nicht existierendes) Produkt von der Kosmetikbranche wünschen dürftest: Welches wäre das?

Ein Poren-Minimizer. Einer, der funktioniert!!!


Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ich gehe früh ins Bett und trinke wirklich viel Wasser. Allerdings ist das kein Geheimnis. Und wenn es ganz schlimm ist, dann rettet mich ein Concealer. Dann muss ich mich halt tatsächlich mal schminken.


Emma mit 30 in Kalifornien
Roadtrip in Kalifornien (2003).


Was würdest du in Sachen Schönheit gerne mal ausprobieren?

Ich würde mir wirklich gerne diese Pigmentflecken weglasern lassen. Aber da es eine hormonelle Geschichte ist, bringt das wohl eh nichts. Und ich würde sehr gerne eine ayurvedische Detox-Kur machen!


Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Leben und Leben lassen.


Danke, liebe Emma, fürs Dabeisein und deine spannenden und zugleich so entspannten Antworten – und überhaupt fürs Kennendürfen! Und bei der Detox-Kur komme ich mit! :-)

***

Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 08. Dezember 2014, 06:00 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 3981 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: schönheitmodekosmetikfrühstück bei emmaemma melzerdiy-blogbeautyanti-agingälter werden
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Kommentare

  • Wie schön. Tolle Frau mit tollen Ansichten, tollen Haaren und überhaupt. Blau - auch meine Lieblingsfarbe!

    Farbenfreundin
    am Dienstag, 09. Dezember 2014 um 20:04 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich bin ja das Gegenteil von DIY, da ich keine Geduld habe, bewundere das aber sehr (Schlampermäppchen ohne offene Nähte innen!!) und backen kann ich übrigens auch nicht ;-)
    Aber reisen umso lieber und wenn Emma (und Du, Susi) mal tatsächlich eine ayurvedische Detox-Kur plant, kann ich einen Kontakt herstellen, da meine Freundin gerade eben etwas ganz authentisches in Indien gemacht hat!

    LG
    Annette | Lady of Style

    Annette
    am Montag, 08. Dezember 2014 um 17:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne, liebe Emma.
    Durch ihre Wärme, Herzensbildung, ihren Stolz und Intellekt plus ihren Charme, ihre Freundlichkeit und Authentizität ist Emma immer bestens gekleidet.
    Für mein Empfinden eine der schönsten Frauen überhaupt. Auf die Klamotten hab ich noch nie so geachtet :-)
    Danke für ein interessantes Interview.
    Nina

    Nina
    am Montag, 08. Dezember 2014 um 13:27 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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