mode-lifestyle
 

Claudia Hilker ist Unternehmensberaterin. Und für mich eine Businessfrau par excellence. Das spürt und liest man auch im Interview. Hier nehmen Business-Mode und Dresscodes einen relativen breiten Raum ein - deutlich mehr als in den meisten anderen Interviews.

Aber das war nicht immer so: Als junge Frau bereiste sie, kurzhaarig und in Latzhose, die Welt, wollte sogar auswandern. Auch ihr erstes Studium – Literatur, Germanistik und Medienwissenschaften – war nicht unbedingt „typisch business”. Wissbegierig wie sie war, setzte sie dann noch ein zweites wirtschaftliches Studium mit Marketing, BWL und IT oben darauf. Mit dem geisteswissenschaftlichen Studium hatte sie gelernt, wie Kommunikation funktioniert. Mit dem wirtschaftlichen wollte sie nun noch erfahren, wie Wirtschaft funktioniert.

Einer ihrer beruflichen Schwerpunkte ist Social Media. In diesem Bereich berät sie nicht nur, sondern lehrt auch an diversen Akademien und Hochschulen. Das Social Web hat für Claudia aber nicht nur berufliche Aspekte: Vielmehr genießt sie es, die Kontakte und Freundschaften von ihren Reisen und Auslandsaufenthalten auf diese Weise zu pflegen.

Bei Claudia fand ich den Wandel von der eher burschikosen jungen Frau zur feminin-eleganten Unternehmerin von Mitte 40 besonders spannend ... aber lies selbst!

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert? Welche Stilrichtung bevorzugst du?

Claudia: Ja, meine Einstellung hat sich verändert - zum Glück! In meiner Jugend trug ich lila Latzhosen, riesige Männer-Hemden und hennarote Haare, furchtbar! Heute liebe ich klassische, sportliche und elegante Kleidung. Damit fühle ich mich sehr wohl.


Anfang der Neunziger: lässig und immer auf Reisen

Mode muss zum Typ passen. Und auch zum aktuellen Trend. Schließlich lebe ich in der Modestadt Düsseldorf, das prägt mich natürlich. Ich liebe es, entspannt auf der Königsallee mit einem Kaffee in der Sonne zu sitzen und die aktuelle Mode flaniert um mich herum. :-)

Im Business gelten natürlich besondere Spielregeln. Frauen, die sich als graue Mäuse kleiden, werden oft übersehen. Wenn man Gehör finden will, muss man dafür sorgen, gesehen zu werden und entsprechende Kleidung tragen.

Deshalb kleide ich mich im Business zielorientiert und rollengerecht für die jeweilige Situation. Oft bin ich als Unternehmensberaterin für Unternehmen der Finanz- oder IT-Branche tätig oder als Speaker bei Konferenzen präsent. In diesem Kontext wird ein bestimmter Dresscode erwartet. 


Gekleidet fürs Business: dunkelblauer Hosenanzug und weiße Bluse.

In diesen Situationen und Rollen passt für mich am besten ein blauer maßgeschneiderter Anzug mit markanter Bluse - gerne rot, wenn ich Aufmerksamkeit erzielen will. Im Marketing- und Medien-Bereich ist die Modewelt bunter, da darf und muss man mutiger sein.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches? Und warum?

Claudia: Calvin Klein Jeans und rote Bluse mit silbernem Blazer (beides von Esprit), weil bequem, sportlich und dynamisch. Ein weiteres Lieblingsstück ist eine schöne Outdoor-Jacke von Wellensteyn, die mich im Winter gut schützt und wärmt.


Lieblingsklamotten!

Ich liebe die Farbe Rot und die Wirkung: Dynamik und Energie. Doch das kann auch aufdringlich, aggressiv und erotisch wirken. Das passt im Job nur sparsam dosiert.

Für Business ist Blau meine Farbe. Sie steht für Wahrheit, Weisheit und Seriosität. Blau wirkt beruhigend und wird assoziiert mit einem starken Intellekt, Ausgewogenheit und Stabilität. Also die ideale Farbe für den Job.

Feminine Mode mag ich, weil ich eine schlanke Figur habe. Meine Kleidung muss auf Figur sitzen. Aber vor allem muss sie bequem und praktisch sein. Ich hasse Bügeln und knitterige Kleidung …

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Claudia: Für mich persönlich hat sich der Stellenwert für Schönheit und Aussehen im Laufe meines Lebens stark gewandelt. In jungen Jahren war mir das Thema weniger wichtig und auch weniger aufwändig, heute investiere ich deutlich mehr Zeit und Geld dafür.

Heute hat Schönsein für mich viel mit Entspannung und Lebensfreude zu tun. Ich entspanne mich gerne mit Wellness und genieße Sauna, Schwimmen und Massagen. Wichtig finde ich viel Bewegung (ich gehe gern schwimmen, radeln und walken) und viel Schlaf sowie gute Ernährung mit viel Gemüse, Fisch und Reis.

Viel wichtiger ist aber die innere Schönheit, denn sie strahlt nach außen. Dabei geht es um ehrliche Antworten auf Fragen wie: „Bin ich glücklich mit meinem Leben? Fühle ich mich geliebt, geschätzt und akzeptiert? Habe ich meine Berufung im Leben gefunden: Kann ich meine Fähigkeiten und Talente im Job und privat verwirklichen? Habe ich den Mut und die Kraft, meine Lebensmission konsequent zu leben?“


Posing! Ein Bild aus den Neunzigern.

Frauen können viele Rollen im Leben spielen: Von der Business Frau bis zum Vamp. Die Abwechslung bringt den Spaß. Jedes Alter ist interessant, denn jede Lebensphase bietet neue Rollen. 

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte? Hast du eine Lieblingsmarke?

Claudia: Abendliche Reinigung, wöchentliches Peeling und täglicher Sonnenschutz sind wichtig für gesunde Haut. Ich mag natürliche Kosmetikprodukte wie Weleda, Body Shop und einige Anti-Aging-Produkte. Kosmetik-Produkte sind kleine Streicheleinheiten. Ich prüfe die Inhaltstoffe, Farbe, Duft und Konsistenz sorgfältig.

Meinen Marken bleibe ich treu. Bei der dekorativen Kosmetik bevorzuge ich MAC-Produkte. Die BB-Cream von Clinique finde ich hervorragend. Und den Concealer Touche Éclat von Yves Saint Laurent! Bei den Düften nutze ich Armani (Aqua, Code Femme), Annayake (Hanami) und Boss (Orange Woman).

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Claudia: Viel Trinken, besonders Kräutertee und Wasser sind wichtig. Wenig Alkohol und wenig Zucker, was mir allerdings schwer fällt, weil ich gerne Kuchen, Eis und Schoko nasche. Aber eine Sünde darf sein. :-)

Mein Gewicht halte ich seit 30 Jahren, zum Glück habe ich einen guten Stoffwechsel und muss nicht Kalorien zählen. Außerdem bin ich ein Bewegungsmensch. Ich entspanne mich, wenn ich aktiv bin.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Claudia: Kein Mantra, aber mein Jahres-Motto für 2013 lautet: „Fang was Neues an und schmeiß Ballast ab - für mehr Leichtigkeit im Leben, denn das Leben wartet nicht auf dich.”

Vielen Dank, Claudia, fürs Mitmachen und für die Einblicke ins Thema Business-Dresscodes! :-)

***

Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hier: Click and enjoy!

 
Susanne Ackstaller, Montag, 29. April 2013, 09:00 Uhr
Kommentare: 4 | Aufrufe: 7554 | Kategorie: Mode, Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: stilschönheitmodekosmetikfrauen über 40claudia hilker
Das könnte auch interessant sein:
Frauen ab 40: Das Montagsinterview mit Bettina Stackelberg.
Frauen ab 40: Das Montagsinterview mit Dr. Kerstin Hoffmann.
Frauen ab 50: Das Montagsinterview mit Jutta Scherer.
 

Kommentare

  • Danke für eure Kommentare!
    @Antje, natürlich zählen Persönlichkeit und Fachkenntnisse. Im Dresscode geht es eher um die Positionierung durch Stimmigkeit im Auftritt.
    @Jeannine, danke für deinen Adlerblick! Es ist meine Lieblingskette fürs Business, weil ich es dabei schlicht und einfach mag.

    Claudia Hilker
    am Dienstag, 30. April 2013 um 09:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Was mich ja jetzt noch interessiert: Welche Bedeutung hat die Kette für Claudia, die sie sowohl auf dem 90er (Posing-)Bild als auch oben zur weißen Bluse trägt (und zur roten, wenn mich nicht alles täuscht)?

    Jeannine
    am Montag, 29. April 2013 um 16:33 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Wow! Und alles, was zu innerer Schönheit gesagt wird, ist wirklich wahr…
    Danke für das Klasse Interview!
    Nessa

    Nessa
    am Montag, 29. April 2013 um 12:14 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Danke für das schöne Interview. Nachdem ich jetzt schon zum zweiten Mal was über die ominösen BB-Cremes gelesen habe, hab ich jetzt mal recherchiert, was es damit überhaupt auf sich hat ;) Interessant auch die Einblicke zum Thema Business-Kleidung. Ich frage mich, ob man nicht auch mit ganz individuellem, nicht an Rollen und Dresscodes orientiertem Stil seine Botschaften weitergeben und eine gefragte Beraterin sein kann? Wohlgemerkt, ich frage mich das, ich behaupte es nicht! Vielleicht ist es auch Wunschdenken, aber ich fänd es super, wenn meine Kunden mich und mein Können unbedingt buchen wollten, egal, ob ich mich ihrem Dresscode anpasse oder nicht. Ich bin ja nun keine Unternehmensbertaerin, aber ich denke mir, auch da werden Werte wie Individualität, Selbstbewusstsein und Mut gepredigt, das dürfte sich dann doch eigentlich auch im Äußeren ausdrücken?

    antje
    am Montag, 29. April 2013 um 12:09 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar:
 
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
  • Name*
     
  • Email*
     
  • Website
     
  • Kommentar*
     
  • CAPTCHA*
      
  •  
  •  
  •  
 
 

Zum nächsten Beitrag: Dienstagsschnipsel.

Zum nächsten Beitrag.

Zum vorherigen Beitrag: Wochenend-Wow: Freu-Mail!

Zum vorherigen Beitrag.





Herzblutdinge

Herzbluttexte




WERBUNG













KOOPERATIONEN








 
WERBUNG

© 2017 texterella.de | Susanne Ackstaller

Site by blogwork.de und Sibylle Zimmermann, hz-konzept.de