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Wo lernen sich Blogger kennen? Auf Blogger-Events, logisch. Dort traf ich auch Anja Hesse-Grunert, die das Blog schoenesleben.net schreibt, ein Lifestyle-Blog über Schönes + Leben. In ihrem Blog geht es um das Lebensgefühl ab 40, aber auch um Themen mit regionalen Bezug zu Leipzig, wo Anja mit Mann und zwei Kindern lebt. „Das Bloggen ist für mich ein echtes Glück, auch wenn das bisserl theatralisch klingt, so isses. Ich habe einen Kanal gefunden, um meine verschiedenen Interessen und meine Kreativität ausleben zu können. Und ich lerne ständig dazu: neue Themen und neue Menschen!“ Nein, ich finde das kein bisschen theatralisch – es ist ja tatsächlich so! Und auch für mich das schönste am Bloggen!

Anja Hesse-Grunert lebt in Leipzig. Sie ist PR-Beraterin und Bloggerin und auf Texterella erzählt sie ein bisschen über sich und ihr Leben.

Anja Hesse-Grunert, 44.


Neben ihrem Blog arbeitet Anja als PR-Frau. Nach ihrem Studium der Geschichte und Politikwissenschaften hat sie erstmal beim Radio volontiert und danach in den Medien, der Politik und in der Wirtschaft gearbeitet. „Ich habe viel ausprobiert und dabei gelernt, dass ich mich in starren Strukturen wie in einer Verwaltung oder einem großen Unternehmen nicht wohlfühle, sondern dass ich Entscheidungsspielraum brauche.“ Genau diese Freiheit gibt ihr die Selbständigkeit – in der PR-Beratung ebenso wie beim Bloggen. Auch das kann ich nur unterschreiben, liebe Anja ...

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich mag und interessiere mich für Mode und Modetrends, bin allerdings keine Fashionista. Ich bewundere Frauen, bei denen jedes Outfit-Detail perfekt abgestimmt ist – von der Haarklemme über die Unterwäsche bis zum Bommel an der Handtasche. Die Ausdauer und den Ehrgeiz, das alles zusammenzustellen und zu shoppen, die habe ich nicht. Was ich allerdings habe, das ist ein ausgewachsener Schuh-Knall. Ich! Mag! Schuhe! Schon immer. Die hebe ich auch alle auf, ansonsten sortiere ich meinen Kleiderschrank regelmäßig aus. Derzeit kann es nicht genug glitzern. Beispielsweise besitze ich silberne Chucks und liebe sie heiß und innig.

Anja Hesse-Grunert lebt in Leipzig. Sie ist PR-Beraterin und Bloggerin und auf Texterella erzählt sie ein bisschen über sich und ihr Leben.

2016.


Als ich jünger war – zu Studienzeiten – da war Mode ein Statement für mich. In meiner Studienrichtung Geschichte ging es eher alternativ zu. Das ging mir voll auf den Keks. Also habe ich Barbour-Jacke, klassische Blusen in Hellblau und Krawattenschals getragen – die „Uniform“ der BWL- und Jurastudentinnen. Sah sehr konservativ aus und hat mich viel älter gemacht. Zu der Zeit fand ich es toll.

Was ist für dich Stil? Und was ist dein Stil? Wie hat er sich im Lauf deines Lebens verändert?

Stil ist das Gesamtpaket, bei dem Auftreten und Outfit harmonieren und zur Person und zum Anlass passen. Stil ist für mich eine innere Haltung, die sich in der Kleidungs- oder Einrichtungswahl zeigt, die aber vor allem auch im Wesen eines Menschen zum Ausdruck kommt – in der Großzügigkeit, dem Optimismus und/oder der Toleranz. Stil hat für mich viel mit „Herz“ und Geisteshaltung zu tun.

Ich würde meinen Stil als sportlich-elegant und eher pur beschreiben. Mir gefallen klare Sachen – egal, ob Klamotte oder Möbel. Organisiere ich ein Event, dann ist mir wichtig, dass es persönlich, herzlich, detailverliebt und in sich stimmig ist. Auch das ist mein Stil.

Anja Hesse-Grunert lebt in Leipzig. Sie ist PR-Beraterin und Bloggerin und auf Texterella erzählt sie ein bisschen über sich und ihr Leben.

2015.

Hm, ob sich mein Stil verändert hat im Laufe der Zeit .. Ich würde sagen, ja, mein Stil hat sich weiterentwickelt. In meinen 20ern ging es um Abgrenzung (siehe vorhergehende Frage), in meinen 30ern habe ich mich bei Kundenterminen immer sehr seriös gekleidet, um kompetent(er) rüberzukommen. Dabei bin ich schon immer eine Sportliche. Ich besitze Jeans in allen Farben und Schnitten und wirklich viele Sneakers. Inzwischen verkleide ich mich nicht mehr ... Heute bin ich sehr viel mehr bei mir und trage das, was zu mir passt.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Puhh, schwierige Frage. Da fallen mir eigentlich nur meine Hochzeitsschuhe ein. Mein Mann und ich haben ganz allein für uns und ziemlich spontan geheiratet, als ich im achten Monat mit unserem Sohn schwanger war. Ein toller Tag, den ich echt in meinem Herzen trage! Kann ich nur empfehlen, ohne das ganze Vorbereitungs- und Partygedöns zu heiraten. Die Schuhe jedenfalls habe ich mir in einem tollen italienischen Schuhladen gekauft, ich trage sie auch heute ab und zu.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Schönheit und Aussehen sind mir schon immer wichtig. In meinen frühen Zwanzigern habe ich viel an mir und meinem Körper herumgenörgelt, das hat sich später glücklicherweise gegeben. Als die Kids klein waren, ging es an manchen Tagen ums reine Überleben. Da war ich froh, wenn ich geduscht war, eine saubere Klamotte anhatte und es für Wimperntusche reichte. Seitdem die Kinder größer sind, nehme ich mir auch wieder mehr Zeit für mich. Mir ist es wichtig, gepflegt auszusehen – das kostet heute mehr Zeit und Kohle als früher, das ist sicher so.


Hochzeitsschuhe.


Übrigens war ich mehr als 20 Jahre eine blonde Kurzhaarige und erst seit einem halben Jahr trage ich einen Bob in meiner Naturhaarfarbe mit einer leichten Tönung. Das ist eine ganz schöne Veränderung, manche erkennen mich als Brünette gar nicht gleich.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich bin ein „Mittelding“. Wasser und Seife reichen mir nicht, eine ordentliche Gesichts- und Augenpflege sind mir wichtig. 312 Döschen und Tübchen sind mir dann aber auch zu viel, da dreh ich durch. Der Inhalt meines Beauty-Cases ist überschaubar, Schminken dauert bei mir zehn bis 15 Minuten, länger nicht.

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein

Bei der Frage habe ich jetzt ewig überlegt. Normalerweise hätte ich gesagt: meine Wimperntusche von Lancôme. Seit ein paar Monaten leiste ich mir allerdings Lashes, ich lasse mir also die Wimpern verlängern, da brauche ich keine Wimperntusche mehr, sehr praktisch. Hätte ich den Waschbeutel vergessen, bräuchte ich aktuell nur meine Tagescreme, um über die Runden zu kommen.

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler etc. nutzen

Unters Messer legen würde ich mich nicht, da habe ich zu viel Angst, dass etwas schiefgeht. Filler oder Botox ausprobieren: Och, klar, warum nicht?! Obwohl ich schon ein bisserl Muffensausen hätte, ob es hinterher besser oder womöglich schlechter aussieht als vorher. Auf ein maskenartiges Gesicht hätte ich keine Lust.

Anja Hesse-Grunert lebt in Leipzig. Sie ist PR-Beraterin und Bloggerin und auf Texterella erzählt sie ein bisschen über sich und ihr Leben.

2000

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

So banal das klingt: Meine wichtigsten Schönheitstipps sind Schlaf plus Bewegung. Zusammen mit einer positiven Lebenseinstellung bringt mich das in meine Mitte. Und wenn ich da bin (für mich ein sehr erstrebenswerter Zustand), dann fühle ich mich gut und sehe auch so aus.

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Hm, ich empfinde das Älterwerden (derzeit) gar nicht so sehr als Herausforderung. Okay, ich kann nicht mehr feiern bis morgens und dann in ein wichtiges Meeting gehen, den ganzen Tag durcharbeiten und mich auch noch geduldig um meine Familie kümmern. Schlafmangel verkrafte ich nicht mehr gut. Das nehme ich allerdings einfach hin und richte mich danach. Naja – wenn ich länger drüber nachdenke, ist die größte Herausforderung für mich, zu akzeptieren, dass sich mein Körper verändert, und mein Gesicht. Dass man mir harte Tage und Konflikte einfach ansieht.

Gleichzeitig weiß ich, dass jede Falte wirklich hart erkämpft ist. Der Weg, den ich gegangen bin bis heute, der war manchmal sehr anstrengend. Es hat mich viel Kraft gekostet, bis an den Punkt zu kommen, an dem ich heute bin. Ich fühle mich mit 44 wohler mit mir und der Welt als vor 10, 15 oder 20 Jahren. Ich spüre die Gelassenheit deutlich und ich genieße sie sehr. Nicht mehr über jedes Stöckchen zu springen, auch mal warten zu können in dem Wissen, dass sich schon alles fügen wird.


1998


Damit wäre ich eigentlich schon bei der schönsten Überraschung. Ich hätte nicht gedacht, dass es so cool ist, 40 zu sein. Wenn ich Frauen um die 30 erlebe mit diesen ganzen Fragen: welcher Mann, wann Kind, welcher Job, wie viel Job mit Familie, bin ich sehr froh, dass ich meine Antworten gefunden habe. Ehrlich: Ich möchte nie wieder 20 sein!

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Nee, eigentlich nicht – zumindest nicht mein ganzes Leben. Von meinem Mann, einem passionierten Basketballspieler, habe ich den Satz „Einfach mal das Spiel auf sich zukommen lassen“ gelernt. Heißt nüscht anderes als: „Es wird schon werden, mach’ dich mal locker.“ Je älter ich werde, desto besser kann ich das.

Liebe Anja, danke fürs Dabei sein – und wie schön, dass wir uns kennen gelernt haben! :-*

***

Hier gibt es noch mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen über 40, 50, 60 und über 70.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 15. Mai 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 2277 | Kategorie: Mode, Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: montagsinterviewmodeinterviewfrauen ab 40beautyanti-aginganja hesse-grunert
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Kommentare

  • Sehr schön, dass Anja bei dir zu Gast ist. Ich freu’ mich auch sehr drüber, sie letztes Jahr persönlich kennengelernt zu haben. Auf einem Bloggerevent natürlich : ). Herzlich, Sabine

    Sabine
    am Donnerstag, 18. Mai 2017 um 19:37 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Interessantes Interview! Und das Foto von 2000 mit dem schwarzen Anzug sieht soooo cool aus!

    T.
    am Montag, 15. Mai 2017 um 21:39 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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