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Bevor ich Amiena Zylla persönlich traf, kannte ich sie schon eine ganze Weile von ihren erfolgreichen Youtube-Videos und ihren vielen Büchern rund um das Thema Yoga und Pilates. Ja, ich hatte sie sogar schon mal in puncto Montagsinterview angefragt … aber wie das halt oft ist, wenn zwei Vielbeschäftigte aufeinandertreffen, wurde nichts daraus. Erstmal.


'Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.' Was für ein schönes Mantra aus dem Montagsinterview mit Amiena Zylla!

Amiena Zylla, 41. (Foto: SisterMAG)


Dann lernte ich Amiena bei einem Bloggerevent in Berlin kennen, wo sie Workshops zum Thema Schreibtisch-Yoga gab. Und war wie verzaubert von ihrer Schönheit und ihrem Charme. Und von ihrer Lebensgeschichte.

Sie beginnt in Südafrika zu Zeiten der Apartheid. Dort ist Amiena geboren, als Tochter eines deutschen Vaters und einer südafrikanischen Mutter mit indisch-arabischen Wurzeln. „Meine Eltern führten eine verbotene Mischehe. Aus Sicherheitsgründen war meine Mama nach außen meine Nanny. Ich wuchs damit auf, bestimmte Züge nicht fahren zu dürfen oder mich nicht auf eine Bank mit der Aufschrift ‘Whites Only’ setzen zu dürfen.“ Schon als Kind waren Musik und Tanz wichtige Bestandteile ihres Lebens, doch auch hier wurde Amiena vom Apartheid-System ausgebremst. Erst als die Familie Südafrika aus politischen Gründen verlies und nach Deutschland kam, konnte sie ihre Leidenschaften auch offiziell ausleben. „Mit 12 Jahren durfte ich endlich eine Ballettschule besuchen. Und so wurde mein Traum endlich wahr. Ich machte eine Ausbildung zur Tänzerin, Tanz-, Sport- und Bewegungspädagogin sowie Yoga- und Pilateslehrerin. Ich wollte einfach so viel wie möglich wissen über Bewegung.“ Bald eröffnete sie ihr erstes Yoga-und Pilatesstudio in München und fing sogar an Yogalehrer auszubilden. Das Faszien-Yoga, das das muskuläre Bindegewebe stimuliert, hat sie entwickelt, und darüber Bücher geschrieben. Überhaupt blickt Amiena auf eine stattliche Reihe an Veröffentlichungen zurück, zuletzt das Buch „Urban Yoga“, das auch in meinem Bücherregal steht.

Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.' Was für ein schönes Mantra aus dem Montagsinterview mit Amiena Zylla!

2017


Was für eine Frau! Bildschön – innen und außen! Könnt ihr verstehen, dass ich sie für meine Montagsinterviews gewinnen wollte? Schön, dass es geklappt hat, liebe Amiena! :-*

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich liebe Mode! Mode macht mir viel Spaß. Manchmal ist das Surfen im Internet nach Mode meine Meditation. Leider ziehe ich beruflich bedingt zu oft Leggings an. Damit meine Lieblingsteile trotzdem nicht im Schrank verstauben, versuche ich sie mit meinen Leggings auch für den Unterricht zu kombinieren, sodass ein sportlich-legerer Look entsteht. Mode kann meinen Gemütszustand beschreiben oder vielleicht sogar verändern. In mein Lieblingskleidungs-Stück zu schlüpfen, kann mir einfach auch ein gutes Gefühl verleihen. 

Ich hatte Phasen in meinem Leben, in denen ich als schriller Hippievogel herumlief. Möglichst bunt und auffallen hieß die Devise. Wenn ich heute Farbe trage, dann ist vielleicht ein Kleidungsstück oder der Schuh. Auf jeden Fall versuche ich nicht mehr die komplette Farbpalette auf einmal am Körper zu tragen. Zugleich achte ich heute mehr auf die Qualität der Kleidung, was nicht heißt, dass ich nicht auch günstige Marken kaufe. Aber: Lieber aber etwas weniger, dafür aber gute Qualität.

Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.' Was für ein schönes Mantra aus dem Montagsinterview mit Amiena Zylla!

2016. (Foto: SisterMag)

Was ist für dich Stil? Und was ist dein Stil? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert?

Stil bedeutet in erster Linie, sich in dem wohlzufühlen, was man trägt. In zweiter Linie, Stücke so geschickt zu kombinieren, dass sie miteinander harmonieren. Mit einem eigenen Stil kann man seine Persönlichkeit unterstreichen oder zum Ausdruck bringen.

Mein Stil ... Puuh, das ist echt eine schwierige Frage. Denn ich glaube, dass mein Kleiderschrank ziemlich wild durchgemischt ist. Ich mag auf jeden Fall asymetrische Schnitte, vor allem bei Strickjacken und Oberteilen, kombiniert mit engen Jeans oder Leggings und Stiefeln oder Stiefletten. Ich würde sagen, dass ich gerne rockig, französisch und schlicht in einem Look kombiniere. Vielleicht gibt es einen Begriff dafür, den ich noch nicht kenne? ;) Lässig-Chic?

Während meiner 20er- und 30er-Jahre war viel Farbe und Muster angesagt, in der es aber auch immer wieder Phasen gab, in denen ich viele erdige Töne trug. Ich schätze, dass ich vielleicht eine kleine Pause von den Farben und Mustern gebraucht habe. In den 30ern fand ich mehr Gefallen an dem rockigen, schlichten und schicken Look, möglichst immer mit einem Hingucker-Teil kombiniert. Diesen Stil mag ich heute noch. Berufskleidung ausgenommen.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Ich habe sogar zwei: Meinen roten Mantel und meinen Ponchmantel. Ich liebe meinen roten Ted Baker Mantel, den ich ganz günstig mal im Winterschluss-Verkauf ergattert habe. Man kann ihn lässig oder schick tragen. Meinem Ponchomantel, übrigens im Sommerschlussverkauf bei Maje gekauft, finde ich einfach nur lässig und weiblich.

Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.' Was für ein schönes Mantra aus dem Montagsinterview mit Amiena Zylla!

2015.


Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Durch meinen Beruf bin ich immer wieder mit dem Thema Schönheit und Aussehen konfrontiert. Ich mache mir im Gegensatz zu früher nicht mehr den Druck, immer perfekt und für alle ein Vorbild sein zu müssen. Natürlich merke ich mit 41, dass Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sich viel schneller bemerkbar machen als mit 30. Im Gegensatz zu früher möchte ich nicht für andere, sondern für mich schön sein. Jeder ist schön, der sich selbst liebt und sich in seiner Haut wohlfühlt, sich im Spiegel anschauen und von sich behaupten kann, er sei ein guter Mensch, der authentisch durchs Leben geht.

Ich mache mir heute mehr Gedanken über meine innere Schönheit als meine äußere. Ein großes Vorbild ist meine Mama, die für mich die schönste Seele der Welt hat und einfach eine wunderschöne Frau ist. Ich möchte mit lächelnden Falten altern, und nicht mit herben und verbissenen.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Tatsächlich verwende ich mehr als nur Wasser und Seife. Der Versuch mich nur auf Wasser und Seife zu beschränken ist gescheitert. Meine Haut braucht einfach mehr. Gute Pflegeprodukte mit viel Feuchtigkeit sind für mich ein Muss.

Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.' Was für ein schönes Mantra aus dem Montagsinterview mit Amiena Zylla!

2002.

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Gesichtsreinigung, Gesichtscreme und Körperlotion. Weil die Marke Med Beauty Swiss nicht überall erhältlich ist, würde ich für meine Gesichtspflege auf Produkte von Vichy zurückgreifen. Bei der Körperlotion lege ich Wert auf einen schönen Duft und natürliche Inhaltsstoffe.

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler etc. nutzen?

Niemals! Ich würde mich nicht mehr authentisch fühlen. Ich hätte das Gefühl, dass ich alle Menschen da draußen, die meine Videos sehen oder zu mir in den Unterricht kommen, belügen würde. Alles wofür ich stehe, nämlich sich selbst zu akzeptieren und auf seine Instinkte zu hören, wäre eine große Lüge. Deshalb müssen es maximal gute Pflegeprodukte und meine Lebensweise tun.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ich gehe zirka viermal im Jahr zur Ausreinigung zu meiner Kosmetikerin. Für mein Gesicht benutze ich das volle Programm von Med Swiss Beauty: Waschschaum, Gesichtstonic, Serum, Gesichtscreme und Augencreme. Alle Produkte beinhalten viel Feuchtigkeit. Ab und zu benutze ich ein Enzympeeling oder eine Feuchtigkeitsmaske. Ich muss aber gestehen, dass ich abends nach einem langen Tag oft zu müde bin mein Gesicht zu reinigen.

Im Frühjahr und im Herbst ist die beste Zeit zu entgiften. Hier massiere ich meinen Körper immer vor dem Duschen mit Sesamöl ein, am liebsten mit einer Massagebürste. Das entschlackt und verbessert das Hautbild.

Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.' Was für ein schönes Mantra aus dem Montagsinterview mit Amiena Zylla!

2001.


Grundsätzlich wechsle ich bei meiner Körperpflege immer zwischen verschiedenen Produkten ab und achte darauf, dass sie auf natürlicher Basis hergestellt werden.

Das Beste aber für die Haut ist die Kombination aus Bewegung, trinken, gutem Essen, das den Körper zum Lächeln bringt, und Sauerstoff, damit meine ich Spaziergänge oder Bewegung an der frischen Luft. Je älter ich werde, desto mehr merke ich, wie wichtig diese „Zutaten“ sind, um den Alltag besser zu meistern.


1996.


Alle zwei Wochen presse ich frischen Ingwer, frischen Kurkuma, Zitronen und Pfeffer. Davon trinke ich jeden Tag etwas, entweder unverdünnt oder verdünnt mit Wasser. Diese Kombination stärkt das Immunsystem und hält Bindegewebe und Haut straff und elastisch.

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Obwohl ich schon so lange Bewegung unterrichte, merke ich einfach, dass der Körper nicht mehr alles kann oder einfach wegsteckt wie früher. Der Körper versteift immer schneller und Weh-Wehchen stehen schneller vor der Tür, als man denkt.

Die schönste Überraschung ist, dass man sich nicht so alt vorkommt, wie man das in jüngeren Jahren dachte, dass man sich im Alter fühlen würde. Man darf zwischen Kind und Erwachsen sein springen, muss nicht mehr in verschiedene Rollen schlüpfen, um anderen zu gefallen, und vieles, das man im Leben durchgemacht hat, macht jetzt einen Sinn.


Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.' Was für ein schönes Mantra aus dem Montagsinterview mit Amiena Zylla!

1995.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Eigentlich ist meine Marke „Let Your Body Smile®“ auch mein Mantra.

Aber ich habe noch eines: „Betrachte das Leben wie dein Lieblingslied, bei dem du nicht das Ende abwartest, sondern jeden Ton im Hier und Jetzt genießt.“

Was für ein wunderschönes Matra, liebe Amiena! Das merke ich mir auf jeden Fall! Danke auch, dass du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast!

***

Hier gibt es noch mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen über 40, 50, 60 und über 70.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 26. Juni 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 4426 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: yogapilatesmontagsinterviewinterviewfrauen ab 40amiena zylla
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Kommentare

  • Mit diesem Interview hast Du mich glatt umgehauen, liebe Susanne!

    Eine von mir sehr geschätze Frau durfte ich nun endlich näher kennenlernen! In meinem Wohnzimmer ist Amiena schon lange Gast, wenn ich da meine Yogamatte ausrolle! Ich bin ein großer Fan von Ihr! Amiena bezaubert einfach! Und jetzt auch noch ein bisschen ihren Backround zu kennen, lässt meinen Respekt vor Ihr noch noch größer werden.

    Wundeschön! Ihre Seele strahlt!

    Ich hätte im Leben nicht geglaubt, das sie schon über 40 ist!  Somit ist sie auch in meiner „Best Ager Lounge” herzlich willkommen-:)

    Danke, Susanne. Ein wunderbares Interview!

    Simone
    am Montag, 26. Juni 2017 um 15:52 Uhr

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