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New York war immer schon meine Sehnsuchtsstadt. Als Teenager wollte ich dort leben und als Journalistin arbeiten. Aber dann meinte es das Leben anders mit mir – und es dauerte zirka 30 Jahre, bis ich das erste Mal vom Empire State Building auf die Stadt blickte. Ich weiß noch gut, wie mir die Tränen in die Augen stiegen – so dramatisch schön war dieser Blick.

Das war 2011.

Seitdem habe ich New York jedes Jahr besucht. Zu behaupten, dass ich die Stadt kenne, wäre nun wirklich vermessen. Aber ... einige Lieblingsorte haben sich im Laufe der Jahre herausgebildete. Und vor allen Dingen: Lieblingsblicke! Denn New York ist voller toller Blicke. Im Grunde ist es ein einziger toller Blick. Wo auch immer man steht oder aus dem U-Bahnschacht auftaucht: ganz großes Kino. Ich glaube nicht, dass ich mich jemals an dieser Kulisse satt sehen kann.

Der Blick vom Whitney Museum auf den Hudson und Hoboken

Trotzdem gibt es Aussichten, die einen geradezu sprachlos machen. Weil sie so schön sind. Um die geht es heute: um Aussichtsplätze, die einen den Atem rauben und zumindest mir Heulsuse geradezu die Tränen in die Augen treiben vor lauter New-York-Glück:

Eastriver Ferry: Manhattan vom Fluss aus.

Manhattan. Von der Eastriver Ferry aus gesehen

Während eine Fahrt nach Staten Island und an der Freiheitsstatue vorbei ja zum Touri-Standard-Programm gehört, so ist die Fahrt über den Eastriver von Manhattan nach Brooklyn geradezu ein Geheimtipp. Dabei kann man Manhattan nirgends so toll in seiner gesamten Länge sehen, wie von der Fähre aus, die Manhattan in seiner gesamten Länge abfährt. Auf der Ferry habe ich erstmals begriffen, was Downtown, Midtown und Uptown wirklich bedeuten – und vor allen Dingen, wo diese Bezirke liegen. Kurz: Wer New York zum ersten Mal besucht, kann sich mit einer Fahrt über den Eastriver einen guten Überblick über die Dimensionen Manhattans verschaffen, und das für nur ein paar Dollar.Und wer schon häufiger da war und noch nie mit der Eastriver Ferry gefahren ist: Für den wird es wirklich Zeit!

Metropolitan Museum of Art: der schönste Blick auf Uptown

Die schönste Dachterrasse der Welt: Auf dem Metropolitan Museum of Art, mit Blick auf Uptown und dem Central Park

Müsste ich mein Lieblingsmuseum nennen, so wäre es definitiv das Metropolitan Museum of Art, das neben dem Central Park an der Fifth Avenue gelegen ist. (Zugegeben, den Louvre habe ich noch nicht gesehen und die Berliner Museumsinsel ist auch sehr toll.) Besonders beeindruckt mich seine schiere Unendlichkeit ... hinter jeder Ecke, hinter jeder Tür wartet noch mehr Kunst. Es scheint nie aufzuhören. Und dann – und darum geht es hier – ist da auch noch die Dachterrasse, von der man den wunderbarsten Blick über Uptown Manhattan und den Central Park hat. Und das völlig kostenlos, denn für den Besuch des Museums, und damit der Terrasse, bezahlt man freiwillig.

Whitney Museum: der tollste Blick über den Meatpacking District

Der Blick vom Whityney Musem Richtung Midtown

Das Whitney Museum of American Art im Meatpacking District wurde erst letztes Jahr eröffnet. Gezeigt wird hier moderne amerikanische Kunst (tolltolltoll!!) plus Blicke, die einen schier sprachlos machen: auf der einen Seite der Hudson und Hoboken, auf der anderen der Meatpacking District und Midtown. Ich hatte auf der Dachterrasse einen kleinen Lunch, bin aber vor lauter Fotografieren kaum zum Essen gekommen. Wer also Kunst und Blicke liebt, der ist im Whitney Museum richtig.

Roosevelt Island Tramway: mit der Seilbahn durch Häuserschluchten

Die Roosevelt Island Tramway: die Seilbahn von Midtown nach Roosevelt Island entlang der Brooklyn Bridge

Mein ABSOLUTER Liebling: Die Seilbahn nach Roosevelt Island! Und nicht nur ich bin begeistert: Keine meiner New-York-Snaps erfuhr mehr Resonanz. Einerseits wohl, weil niemand von dieser Seilbahn weiß und jeder ganz überrascht ist, was in New York so gibt. Andererseits weil die Blicke von dort, zwischen den Hochhäusern durch, einfach gigantisch waren. Man steigt Ecke 2nd Avenue und 60th Street in die Seilbahn ein, kann dazu sogar seine normale Metrokarte nutzen und gondelt dann ein paar Minuten neben der Brooklyn Bridge nach Roosevelt Island. Wie wenige Touristen diese Tramway nutzen, merkt man auch daran, dass es auf der Insel nicht mal ein Café gibt, in dem man die Aussicht auf Uptown Manhattan genießen könnte. Ich würde mal sagen: Die Tramway ist ein absoluter Geheimtipp ...

Die Klassiker: Rockefeller Center und Empire State Building.

Vom Rockefeller Center aus gesehen: Das Empire State Building im Sonnenuntergang

Ja, sicher, je nach Jahres- oder auch Tageszeit steht man hier mit Hunderten von Touris in der Schlange und wartet – aber trotzdem: Zumindest eines von beiden ist ein Muss. Nirgends ist der Blick auf Manhattan dramatischer! Tagsüber würde ich vielleicht das Empire State Building wählen, im Sonnenuntergang ist das Rockefeller Center mit Blick aufs ESB besonders beeindruckend (allerdings ist das kein Geheimtipp und man muss früh seine Karten reservieren!)

Mehr Informationen:

Eastriver Ferry – Fahrplan und Haltestellen
Metropolitan Museum of Art und seine Dachterrasse
Whitney Museum of American Art
Roosevelt Island Tramway
Rockefeller Center
Empire State Building

Wer noch ein bisschen mehr von New York sehen will, dem empfehle ich meine New-York-Snaps, die ich auf Youtube online gestellt habe. Enjoy!

(Fotos: Susanne Ackstaller)

 
Susanne Ackstaller, Montag, 25. Juli 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 1 | Aufrufe: 268 | Kategorie: Lifestyle, Reisen, | Tags: travelreisennew york 2016new york
 

Frisch kolumnisiert:

Pussycut. Scham mit Charme.

Frauen und ihre Haare. Wer schon einmal verschnitten und verfärbt vom Frisör kam (und wer wäre das nicht), weiß um die Seelennöte, die unser Schopf uns bereiten kann. Und als hätten wir mit Bad Hair Days und verfehlten Colorationen nicht schon genug zu tun, müssen wir jetzt auch noch die restliche Körperbehaarung stylen. Von wegen alles abrasieren und wegepilieren – Ganzkörperglatze war gestern. Style-Ikonen tragen It-Frisuren heute auch unterhalb der Gürtellinie. (Ja genau, dort unten. Wir verstehen uns schon richtig.)

Kolumne für die WELT KOMPAKT: Scham mit Charme


Abzusehen war der Trend zur Intimfrisur ja bereits länger. So avancierten vor zwei oder drei Sommern Achselhaare plötzlich zum angesagten Accessoire. Zum weißen ärmellosen Top kombinierten Fashionistas üppiges Achselgrün und setzten damit ungewohnte Farbakzente. Das Achselhaar passend zur Gucci-Sandale tragen? Warum nicht!

Jetzt ist also das Schamhaar dran. Wer sich mit seiner Landebahn unterm Tanga bereits als Trendsetter wähnt, der hat das Lookbook „Einzigartige Schnitte für wunderschöne Damenschritte“ noch nicht durchgeblättert: Intim-Stylings wie „Charlie Chaplin“, „Martini-Glas“ oder auch „Briefmarke“ machen den Venushügel zum neuen Kunstobjekt. Und stellen die Waxing-Branche vor ganz neue Herausforderungen.

Ein Hersteller von Damenrasierern hat bereits reagiert und unterstützt Frauen bei der Wahl einer typgerechten Intimfrisur. Nicht auszudenken, wenn die Scham nicht zum restlichen Styling passte! Mit einem aufwändigen Fragebogen können Frauen ermitteln, ob sie eher abenteuerlustig oder bodenständig sind und ihr Haar dann als (wegweisenden?) Pfeil oder schlichten Streifen in Form bringen. Der passende Rasierer wird natürlich gleich mitgeliefert: Innovativste Damenrasierertechnologie ermöglicht kunstvollste Dessins durch höchste Präzision.

Erst mal heißt es jetzt aber: wachsen lassen. Und dann waxen lassen. Für Louis-Vuitton-Liebhaberinnen wäre übrigens ein Styling in Form des markanten LV-Logos eine charmante Idee.

(Die Kolumne erschien heute in der Print- und in der Online-Ausgabe der WELT KOMPAKT.)

***

Wer noch mehr WELT-Kolumnen aus meiner Feder lesen möchte – bitte schön: Hier sind meine gesammelten meine Mode- und Lifestyle-Kolumnen. Viel Spaß!

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 22. Juli 2016, 08:00 Uhr
Kommentare: 8 | Aufrufe: 799 | Kategorie: Meinungen, Modekolumne,
 

Ja, bis gestern war auf Texterella Butterbrot. Aber heute, heute ist wieder Champagner angesagt. Zumindest in der Retrospektive – denn mein Hamburg-Besuch ist schon ein paar Wochen her. Ich war zu einem Event eingeladen, mit dem eine neue, spannende und überaus charmante Kooperation eingeläutet wurde (mehr dazu ab Herbst), und hatte die Freude im Le Méridien Hamburg an der Alster zu wohnen (oder sollte ich besser „residieren” sagen?). Hamburg, eine meiner absoluten Lieblingsstädte, ein fabelhaftes Event und dann noch ein tolles Hotel, und alles an einem einzigen Wochenende – manchmal ist Bloggen halt doch Rosé-Champagner. Und dann schien auch noch die Sonne, obwohl mein iPhone Regen prophezeit hatte ... tja, wenn Engel reisen, ne? ;-)

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster


Ernsthaft: Es war wunderbar. Der Blick auf die Alster war zu allen Tageszeiten wunderschön (fast hätte ich „atemberaubend“ geschrieben. Aber dann heißt es wieder, ich übertreibe), die Luft war lau, die Laune sonnig. Und mit ein bisschen Fußmarsch am Wasser (samt Schwan und Segelschiff) entlang war man auch schnell direkt in der Innenstadt. Bezaubernd! (Oder sagte ich das schon?) Gleich hinterm Hotel beginnt übrigens das angesagte St.-Georgs-Viertel mit kleinen Cafés, Shops und leicht runtergekommenen Charme (ich mag das ja!) – aber ehrlich gesagt, vor lauter Alster-Gucken bin ich kaum dazugekommen, mich hier länger und ausführlich umzuschauen.


Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Und das Hotel selbst? Ein Traum! Mir kann mit schönen Hotels ja eine echte Freude machen. Und das Le Méridien Hamburg machte mir Freude! Elegant. Kosmopolitisch. Sympathisch-luxuriös. Und mit der besten Aussicht über die Alster ever. Vor allem das Restaurant im obersten Stock bot einen geradezu atemberaubenden (sic!) Blick. Gut, mein Sauvignon Blanc kostete 19 Euro, was ich erst bei der Abrechnung merkte, aber irgendwas ist ja immer – und ich hätte ja auch vorher in die Karte gucken können, aber wer guckt schon in die Karte, wenn er von der Abendsonne über der Alster schier geblendet wird und aus dem Ah! und Oh! seufzen gar nicht mehr rauskommt?! Eben. Wer es mit Wein und leckerem Dinner nun nicht so hat, der kann dort über der Alster übrigens auch frühstücken. (Bisschen früher aufstehen und Geduld mitbringen ist empfehlenswert, denn auch andere Hotelgäste schätzen die tolle Aussicht! )


Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Reisebericht: Ein Wochenende in Hamburg und im Hotel Le Méridien an der Alster

Das „Selbst und Ständig“ habe ich übrigens in der Lobby erledigt. Ach was. Nicht erledigt – genossen! So ein sympathisch servierter Latte M., bequeme Sessel und ein paar Steckdosen zum Aufladen können einen echten Unterschied machen.



Sicher. Hamburg ist immer schön. Auch ohne tolles Hotel. Auch ohne Alsterblick aus dem Zimmer. Auch ohne freundlichen Service und türkise Badewanne und Törtchen zur Begrüßung. Hamburg ist immer und zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, selbst bei Sturm und Regen. Aber ein schönes Hotel ist schon ein wenig das Sahnehäubchen, ne?

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 21. Juli 2016, 13:00 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 392 | Kategorie: Lifestyle, Reisen, | Tags: travelreisenle meridien hamburghotel-reviewhamburgeine nacht im ...alster
 

Mode am Mittwoch

Alltagslook. Mit Cat Add-on!

Ja, es ist die Woche der Wahrheit.

Vorgestern gab es auf Texterella Butterbrot, heute meinen Alltagslook. Denn nein, ich trage daheim keine Designerblusen oder High-End-Klamotten, sondern zumeist T-Shirts und Jeans, kinder- und katzenbedingt. Ja, ich mag es daheim simpel und unkompliziert. Man könnte auch sagen – ist dieses Wort für Modeblogger überhaupt erlaubt? – praktisch.

Lässiger Altagslook: graues Shirt von H&M Conscious und Silver Jeans von Navabi. Aufgehübscht mit einem breiten Goldarmband, Schmuck und Hèrmes-Espandrillen


Damit es nicht zu sehr nach Hausfrau und Kittelschürze aussieht, kombiniere ich gerne auffälligen Schmuck oder auch spannende Schuhe dazu. Meinen goldenen Armreif etwa, der langsam aber sicher zu meinem Lieblingsschmuck avanciert. Ich habe ihn vor einigen Wochen gebraucht gekauft. Erst war ich enttäuscht, weil er so viel dumpfer aussah als in dem Second-Hand-Shop, in dem ich ihn online erstand. Aber dann habe ich ihn ein bisschen aufpoliert und lernte seine kleinen Dullen zu lieben. Seitdem begleitet er mich bei ganz vielen schlichten Klamotten, die ein bisschen Glanz vertragen können. Und das ist bei einem graue T-Shirt und Jeans ja definitiv der Fall!

Lässiger Altagslook: graues Shirt von H&M Conscious und Silver Jeans von Navabi. Aufgehübscht mit einem breiten Goldarmband, Schmuck und Hermès-Espandrillen

Lässiger Altagslook: graues Shirt von H&M Conscious und Silver Jeans von Navabi. Aufgehübscht mit einem breiten Goldarmband, Schmuck und Hermès-Espandrillen

Lässiger Altagslook: graues Shirt von H&M Conscious und Silver Jeans von Navabi. Aufgehübscht mit einem breiten Goldarmband, Schmuck und Hermès-Espandrillen


Jeans und T-Shirt sind übrigens ein absoluter Glücksgriff: H&M Conscious und Silver Jeans von Navabi. Super Passform, bequem, pflegeleicht. Wie sich das fürs Homeoffice halt gehört, ne?

(Ab morgen gibt es übrigens dann wieder Champagner-Posts … nicht, dass ihr denkt, das geht jetzt ewig so weiter, mit dem Alltag und dem Bequemlook und den Wollmäusen. ;-))

Outfit:

T-Shirt: H &M Conscious
Jeans: Silver Jeans* (das Modell, das ich trage, ist leider schon ausverkauft)
Gürtel: Peruvian Connection
Armreif: Vintage
Halsketten: Sence Copenhagen
Espandrillen: Hermès

Katze: Streifer Ackstaller

(Fotos: Eva Ackstaller. Kamera: Olympus OM-D E-M 10*. Objektiv: Olympus M. Zuiko Digital 45 mm*)

*Affiliate-Link

 
Susanne Ackstaller, Mittwoch, 20. Juli 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 7 | Aufrufe: 745 | Kategorie: Mode, Kleidung, Size Plus, | Tags: sizeplusplussizenavabimode am mittwochmode
 

Lifestyle-Blogs sind die Hochglanzmagazine der virtuellen Welt. Ein bisschen VOGUE, ein bisschen GALA und ganz viel Dolce Vita. Wer ist die Schönste, wer die Schickste. Wer ist auf die tollsten Events eingeladen, kriegt die größten Goodie-Bags und residiert in den feinsten Hotels. Da wird um die Wette gestrahlt und auf Hochglanz poliert, als ginge es darum einen Preis zu gewinnen. Das perfekte Leben und eitel Sonnenschein.

Texterella nehme ich da nicht aus. Du siehst mich von meinen Outfit-Posts lächeln. Oder auf Reisen. Oder im Sonnenuntergang auf meiner adretten Terrasse sitzen. Ich instragramme oder snappe von Blogger- oder Presse-Events, aus tollen Hotels, fabelhaften Restaurants. Vom Flughafen. Man könnte glauben, bei mir herrsche nur prickelnde Champagnerlaune. Toujours.

Butterbrot statt Fingerfood. Warum das Bloggerleben nicht so toll ist, wie du vielleicht denkst.


Ja?

Bullshit! (Pardon my French!)

Mein Leben ist schön und ich will nicht klagen – aber immer nur Champagner, Macarons und teure Taschen? Ach was. Die Realität sieht anders aus. Sie hat Schmutzecken, Wollmäuse und Migräneattacken. Die sieht natürlich niemand, ich will das in der Regel ja auch nicht zeigen. Auf Texterella schreibe ich ja ganz bewusst, um Freude zu machen. Aber ... manchmal bekomme ich ein wenig Angst, dass Blogs und Bloggerinnen zu ernst genommen und zu etwas hochstilisiert werden, das sie gar nicht sind. Dass die „Illusion”, die wir ja durchaus generieren, womöglich zur alleinigen Wahrheit wird. Und dass das eigene Leben dagegen an Leuchtkraft verliert. Es ist schon einige Zeit her, da schrieb mir eine Leserin: „Du bist eine absolute Richtung für uns Frauen, die wir ein kleines Leben leben!“ Das hat mich einerseits sehr berührt, andererseits aber auch erschreckt. Denn: Niemand hat ein kleines Leben. Schon gar nicht im Vergleich zu einer Bloggerin.

Deshalb gibt es heute mal echtes Behind the Scenes: Ein paar Wahrheiten über Texterella, die ihr so höchstens in Andeutungen in diesem Blog gelesen habt.

Ich bin chaotisch. Von wegen Instagram-Office mit cleanem weißen Schreibtisch. Ja, ich gebe es zu, ich bin eine Chaotin! Das klingt schon fast wieder charmant. Ist es aber nicht. In meinem Arbeitszimmer herrscht völliges Durcheinander, ebenso auf meinem Schreibtisch. Dass ich Dinge finde, grenzt an ein Wunder. Manchmal wünsche ich mir einen Container, um einfach alles hineinzukippen – denn mal ehrlich: Von 100 Prozent Arbeitszimmerinhalt brauche ich gerade mal 2 Prozent. Die restlichen 98 Prozent müllen nur den Raum zu, und wie. Die Goodie-Bags und anderen PR-Pakete sind da leider nicht sehr hilfreich, denn wann kriegt man schon Zeugs, das man wirklich braucht (und verbraucht!). Was dann wieder zu der Frage führt: Was braucht man wirklich? Braucht man wirklich einen Kleiderschrank voller Klamotten? Taschen in allen Farben? Einen Schrank (!) voller Kosmetika? Nein, natürlich nicht. Auf Events lasse ich mir mittlerweile nur noch das in meine Goodie-Bag packen, das ich (höchstwahrscheinlich) auch nutze. Agenturen bitte ich schon länger, PR-Samples nur nach Absprache zu schicken. Und natürlich versuche ich auch weniger zu kaufen (was mal mehr, mal weniger gut klappt. Zurzeit mal wieder weniger.) Für den Spätsommer habe ich mir eine große Aufräum- und Ausmistaktion meines Arbeitszimmers vorgenommen, denn das Chaos drückt mir wirklich aufs Gemüt. Es muss ja nicht gleich ein strahlend-weiß-aufgeräumtes Instagram-Office sein – wobei das schon schön wäre! –, aber ein bisschen mehr Ordnung fände ich wunderbar und auch gut für die Seele. Denn mittlerweile bin ich fest davon überzeugt: Äußere Ordnung sorgt auch für innere Ordnung. Und dass sie beruhigt. Und das kann ich wirklich brauchen.

Ich bin undiszipliniert. Workouts, Clean Eating und Google Goals? Eher nicht so. Nicht, dass ich es nicht versuchte! Aber ... nun, Disziplin ist einfach nicht meine Stärke. Kürzlich erreichte mich eine Interviewanfrage: Wie viel ich bereit sei, für etwas wirklich Wichtiges zu leiden. Noch habe ich nicht geantwortet, aber meine Antwort wird sein: Gar nicht. Erfolge müssen mehr oder weniger von selbst zu mir kommen, groß leidensfähig bin ich da nicht. Woran auch die meisten Diäten, Ernährungskonzepte und sportlichen Ziele scheitern. Warum dieses Blog und auch mein Brotjob als Texterin funktionieren: Weil ich beides so sehr liebe, dass es (meistens) keine große Mühe ist und schon gar kein Leiden. Zugegebenermaßen habe ich an späten Sonntagabenden aber schon manchmal geflucht, wenn es darum ging, das Montagsinterview fertig zu machen. Aber dann denke ich an die vielen hundert bis tausend Frauen, die sich auf Montagmorgen freuen – und dann geht es wieder.

Ich bin inkonsequent. Wasser predigen und Wein trinken? Tue ich, ja, wenn auch möglichst selten. Oft habe ich hier schon über Umweltschutz oder Tierschutz geschrieben. Über Nachhaltigkeit. Weil mir diese Themen wirklich wichtig sind. Tatsächlich achte ich darauf, möglichst umwelt- und tierfreundlich, sozial und fair einzukaufen. Meistens zumindest. Und dann gibt es Tage, da wische ich meine Prinzipien vom Tisch – und kaufe mir einen Sack voller H&M-Klamotten und eine neue Tasche aus Leder. Obwohl ich es besser weiß. Obwohl ich es nicht brauche. Obwohl mich dann der Gedanke an das Leid von Tier und Mensch quält – und ich mich schäme, dass ich manchmal so inkonsequent bin. Überhaupt kaufe ich immer noch viel zu viel neu und aus herkömmlicher Fertigung, obwohl ich um Produktionszustände weiß. Tja. Ich arbeite daran.

Ich könnte jetzt noch weitermachen: Dass ich nicht so selbstbewusst bin, wie viele denken. Dass ich manchmal viel zu abhängig von der Meinung anderer bin. Dass ich mehr Speckrollen habe, als die Bilder zeigen (nein, kein Photoshop. Perspektive ist alles. ;-)) und manchmal den Kaffee nicht „french pressed“ trinke, sondern die lösliche Variante nehme, weil es schneller geht und ich nicht so viel abspülen muss. Aber ich hoffe, die Botschaft kommt an, auch ohne dass ich mich noch nackiger mache.

Natürlich ist alles, was ich hier auf dem Blog zeige und schreibe, die Wahrheit. Nichts ist gelogen. Aber es ist eben nur ein Teil meiner Lebenswirklichkeit. Und das gilt für jedes Blog. Sie sind nur ein Ausschnitt aus der Realität, und zwar ein ganz bewusst gewählter. Und schaffen dadurch eine Illusion. Ein Traumleben, das so nicht existiert. Zumindest nicht in der Reinkultur. Das darf man nicht vergessen.

Versteht mich nicht falsch: Mit diesem Posting will ich nicht dafür plädieren, dass Lifestyle-Blogs jetzt anfangen, ihre Wollmäuse zu thematisieren und ihre Schmutzecken zu zeigen. Nein, dazu liebe ich Champagner, Macarons und teure Taschen viel zu sehr. Alltag und Schatten haben wir ausreichend, da darf es auf Lifestyle-Blogs ruhig mal um die rosa Seite des Lebens gehen. Auch wenn die meisten Blogger tatsächlich viel häufiger Butterbrot essen und Selters trinken, als man vermuten würde. Mit ein bisschen Salz und Schnittlauch drauf schmeckt es ja auch mindestens so gut wie jedes Fingerfood.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 18. Juli 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 21 | Aufrufe: 3682 | Kategorie: Lifestyle, Meinungen, Gedanken, | Tags: texterellabloggerlifebloggerlebenblog internblogbehind the scenes
 
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