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Wer auf Frostbeulen steht, darf sich auf diesen Winter besonders freuen. Denn in dieser Saison schicken uns die Designer mit ungefütterten Overknees zum zugigen Minirock auf die Straße. Pretty Woman lässt grüßen. Während sich Sittenwächter wegen der überkniehohen Stiefel nun um die Moral in den Fußgängerzonen und auf den Weihnachtsmärkten sorgen, freut sich die Pharmabranche auf steigenden Blasenteeabsatz. Nun, wenigstens den Männern dürfte angesichts dieses Modetrends hübsch warm werden.



Wem dieser Look zu ... sagen wir mal ... zu „pretty“ ist, für den gibt es auch eine entschärfte Variante: Einige Modehäuser haben „überm Knie“ nämlich neu definiert und lassen die Overknees unterhalb der Kniescheibe enden. Was zwar nicht logisch ist – aber gut fürs Business. Apropos Geschäft: Billig würde ich die Overknees nicht gerade nennen. Bei Net-A-Porter habe ich diverse Modelle gesehen, für die frau locker einen halben Monat anscha ... pardon, arbeiten muss. Ohnehin hat sich seit Julia Roberts und Richard Gere einiges geändert: Statt gelackt und hochhackig kommen die Overknees 2014 gerne in edlem Wildleder und flach daher – womit der Reeperbahn-Look auch für höhere Töchter aus Blankenese tragbar wird. Auch sonst lassen die Designer nichts unversucht, um den verrufenen Stiefeln neue Zielgruppen zu erschließen: Versace will uns mit feinstem, besticktem Velourleder verführen, Valentino lockt mit cognacfarbenen Musketierstiefeln. Und für Prinzessin-Leia-Fans hat Dolce & Gabbana sogar ein ziemlich spaciges Modell im Star-Wars-Stil kreiiert.

Bleibt noch ein letztes Rätsel: Wie kommt man in diese meterlangen Stiefel eigentlich rein? Und – noch wichtiger – elegant wieder raus? Für den Fall, dass kein Richard Gere zur Stelle ist, kann frau ja auf den guten alten Stiefelknecht zurückgreifen. Oder bleibt bei den klassisch eleganten Lederstiefeln. Mit praktischem Reißverschluss.

(Die Kolumne erschien heute in der Print- und in der Online-Ausgabe der WELT Kompakt.)

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 21. November 2014, 08:11 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 147 | Kategorie: Mode, Schuhe , Meinungen, Modekolumne | Tags: , , , , ,
 

Keine Frau spricht gerne darüber. Ich auch nicht. Ehrlich gesagt denke ich noch nicht mal gerne darüber nach. Noch nicht mal, wenn ich ganz alleine bin und niemand meine Gedanken hört.

Die Wechseljahre also. Ab 40 hängt das Thema schon ein bisschen wie das Damoklesschwert über uns. Noch aber haben wir ein paar Jahre – bis alles aus ist. Ende 40, da geht dann es bergab: mit den Hormonen, mit der Fruchtbarkeit sowieso, mit Schönheit, mit der Figur. Mit dem Begehrt werden. Dann sind wir wirklich alte Frauen, ausgetrocknet, faltig, grau. Unsichtbar. Bald werden wir beige Jacken tragen und zu Seniorennachmittagen gehen.

Natürlich ist das übertrieben. Aber ein wenig fühlt es sich so an. Für mich zumindest.



Auf in den Herbst des Lebens?!!


Irgendwann, schon vor Jahren, war da das erste Hexenhaar am Kinn. Dann machte sich meine Taille davon und verwandelte sich langsam aber sicher in eine WW („Wechseljahreswampe“). Process in progress. Die Freundin, die drei Jahre älter ist, spricht von Weinkrämpfen, unerklärlichen, grundlosen. Eine andere berichtet von Hitzewallungen und plötzlichen Schweißausbrüchen. Eine weitere war über Monate arbeitsunfähig. Der Frauenarzt lässt erstmals das Wort „Hormonersatztherapie“ fallen. Nicht jetzt – „Soweit sind Sie ja noch nicht!” sagt er, in zwei, drei Jahren dann. Danke auch. Und dann ist man auf einer Bloggerkonferenz und sieht all diese Dreißigerinnen mit ihrer Pfirsichhaut und rosigen Apfelbäckchen und krähenfußfreien Strahleaugen! Ein wenig will man weinen. Also: ich.

Andererseits! Andererseits sind Wechsel ja was schönes! Eigentlich. Ich liebe Veränderungen, eigentlich. Sie geben frische Impulse, wecken neue Interessen, lassen uns Spannendes und Anderes erleben. Ist ja auch nicht die erste Zäsur in diesem Leben: Geburt. Pubertät. Schwangerschaft und Stillzeit. Und dann eben diese Wechseljahre. So what. Alles nur eine Frage der Attitude. Ich lasse mich doch nicht von dem bisschen Wechseljahre alt machen. Ich bin doch jung!

Ich will sie mir gerne schön reden, diese kommenden Jahre. Aber es gelingt mir nur schwer. Ich will nicht schwitzen und weinen und hormonell austrocknen. Ich will keinen Damenbart und keinen Bauchansatz. Und vor allem will ich nicht spüren, dass der Lebensherbst näher und näher kommt. Und kann es doch nicht verhindern.

Ich bin gespannt, ob jemand zu meinem Mut-Posting was sagt.

PS: Danke an an Anna von BerlinMitteMom, die auf der Blogst14 über das Thema “Mut beim Bloggen” sprach. Sonst hätte ich mich vielleicht nie getraut.

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 20. November 2014, 06:00 Uhr
Kommentare: 35 | Aufrufe: 1138 | Kategorie: Lifestyle, Fitness & Gesundheit
 

Oh und ah! Ich halte mich heute kurz, damit du schneller zum Klicken kommst – und dann hoffentlich diese Tasche kaufst, bevor es ich (wieder) tue.

Also: Runterscrolle. Klicken. Kaufen.

Du beeilst dich, ja? Denn lange hält meine Selbstdisziplin nicht mehr durch.


Vintage-Tasche von Moschino*, datiert 1980. Love it!


Und? Hast du sie schon gekauft? Nein?! Mann, wenn man dich einmal um einen Gefallen bittet!

PFFFT.

*Affiliate-Link

 
Susanne Ackstaller, Mittwoch, 19. November 2014, 06:00 Uhr
Kommentare: 1 | Aufrufe: 353 | Kategorie: Mode, Accessoires , Taschen | Tags: , , , ,
 

* Am letzten Wochenende war ich auf der Blogst14. Ich hatte die Ehre und Freude eines eigenen Workshops (zum Thema Blogtexte), ich durfte spannende Vorträge hören und micht mal wieder davon überzeugen, wieviele unfassbar tolle Frauen mir dieses Internet geschenkt hat. Die fabelhaften SisterMag-Sister sprachen über „Erfolg aus Leidenschaft“, die einzigartige Anna Luz de León von BerlinMitteMom über Mut beim Bloggen, es wurde gelauscht, gelernt, gelacht. Gequasselt, gesketcht und getanzt. Und und und. Ich bin unfassbar inspiriert und dankbar. Danke auch euch, Ricarda und Clara! :-)

blogst14: Work hard. Dream big!

* Ich erwähnte es bereits: Es ging auf der Blogst auch um das Thema Mut. Um die Komfortzone und darum, sie zu verlassen. Mein neues Lieblingszitat stammt aus dem Film „Findet Nemo!“: „Du kannst doch nicht zulassen, dass ihm nie etwas passiert!? Dann passiert ihm doch nie etwas!“ Ganz passend dazu das Porträt von “Girlboss” Sophia Amouruso auf Edition F. Quintessenz: Erfolg beginnt außerhalb der Komfortzone!

* Anderes Thema: Werbung und ihre Stereotypen. Pinkstinks.de will mit einer Kampagne auf das festgefahrene Frauenbild in der Werbung aufmerksam machen und neue Sichtweisen etablieren. Ich finde den Ansatz hervorragend – die Umsetzung ist m. E. nicht so ganz gelungen. Eines hat die Kampagne auf jeden Fall schon erreicht: Es wird diskutiert. :-)

 
Susanne Ackstaller, Dienstag, 18. November 2014, 13:32 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 296 | Kategorie: Meinungen, Kurznachrichten | Tags: , , , , , , ,
 

„Mein Leben ist ein ruhiger Fluss“, sagt Angelika Lauriel. Ich finde diesen Satz sehr selbstbewusst, ja fast mutig, in einer Welt, in der nur Hypes und Highs zu zählen scheinen. Und für eine Krimiautorin ist diese Aussage irgendwie noch mal besonders erstaunlich.

Sieben Bücher, zumeist Krimis, hat Angelika seit 2010 veröffentlicht – obwohl sie eigentlich Diplom-Übersetzerin für Englisch und Französisch ist. Wie sie zum Schreiben kam? „Im Jahr 2006 war mein Kopf voll mit zwei Szenen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hatten. Sie ließen sich nicht abschütteln und haben mich immer wieder verfolgt, sobald ich zur Ruhe kam. Also setzte ich mich an den PC und schrieb sie auf. Und seitdem konnte ich einfach nicht mehr aufhören zu schreiben.“

Und noch eine, wie ich finde, mutige Aussage: „Meinen Stil würde man wohl als ‘gediegen’ bezeichnen.“ – besonders, wenn man dann die Fotos ansieht, die eine 47-jährige Frau zeigen , die im knapp kniekurzen Kleid einfach fabelhaft aussieht.



Angelika Lauriel, 47.


Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Mode hat mich immer interessiert, aber ich gehörte nie zu den top gestylten Mädels oder Frauen, sondern habe mich immer zwar modisch, aber eher unauffällig gekleidet. Dennoch glaube ich, dass ich nie unbemerkt in der Ecke stand, obwohl ich das jahrzehntelang dachte. “Overdressed“ habe ich mich immer unsicher gefühlt. Außerdem habe ich immer eher zur Hose gegriffen als zum Rock. Und wenn ich doch einen Rock trug – dann wehe, wenn der Saum ein bisschen zu kurz war. Womit ich zu einem meiner „Probleme“ komme. In meiner Körpergröße sind die Kleider zwangsläufig eher kurz, weil sie für kleinere Frauen geschnitten sind *lach* Und dabei bin ich mit 1,75 Meter nicht soo ungewöhnlich groß.



Unbemerkt? Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen! (1986)

Seit Kurzem habe ich meine Vorliebe für Röcke entdeckt. Gerade im Herbst finde ich sie mit Wollstrumpfhose und Stiefeln sehr angenehm. Nach wie vor schrecke ich allerdings davor zurück, „overdressed“ zu sein – in modischer Kleidung hingegen fühle ich mich sehr wohl. Man kann es vielleicht mit Autos vergleichen: Ein Porsche wäre mir peinlich – einen Mini hingegen finde ich super.


Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert – und warum?

Ha, wahrscheinlich würde man meine Stilrichtung „gediegen“ nennen. Allzu Farbiges war mir immer suspekt, bis heute. Wobei ich Farbe bei anderen sehr mag. Ich glaube aber tatsächlich, dass mir Schwarz gut steht.


Krimiautorin Angelika Lauriel im Interview
“Ich trage nur Wimperntusche – und auch die nur, wenn ich ausgehe.” (2008)


Ansonsten ist mein Stil zweckmäßig. Aber zu dem einen oder anderen Anlass darf es auch mal etwas schicker sein. Röcke: am liebsten aus Jeans- oder Wollstoff. Hosen: meistens Jeans. Für Chorkonzerte – ich singe leidenschaftlich gerne – sind es dann lange, schwarze Stoffhosen, und erst seit etwa einem Jahr auch mal ein Rock, vielleicht sogar ein kleines Schwarzes. Ich glaube, mehr Mut, was Mode angeht, täte mir gut.

Es gab eine lange Zeit – so Mitte 80er- bis Anfang 90er-Jahre –, in der ich zahlreiche selbst designte Strickpullis und -westen trug. Noch heute tut es mir leid, dass ich das meiste davon irgendwann „ausgemustert“ habe. Wie gerne würde ich eine ganz spezielle Strickweste heute nochmal am Schreibtisch anziehen. Sie war aus heller, aber nicht bonbonmäßig rosa Flauschwolle, und ich hatte sie damals mit einem extrem komplizierten Muster gestrickt (und auch selbst entworfen). Sie war fast sowas wie ein Meisterwerk. Und sie war sehr kuschlig. Auch heute trage ich zuhause gern helles, pudriges Rosa. Darin fühle ich mich wohl. Es ist wirklich ein Jammer, dass es diese Weste nicht mehr gibt.


Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Als Kind und Teenie habe ich mich immer an meiner zwei Jahre älteren Schwester orientiert. Danach habe ich einfach mitgemacht, was die Mode vorgab. Wirklich mutig war ich höchstens in der Schulzeit, und da hat mich die Pop-Band Culture Club inspiriert … *lach*


Hast oder hattest du ein Lieblingskleidungsstück?

Ich hatte in den Achtzigern eine heißgeliebte Jeansjacke und einen „Russenmantel“ in Knallrot mit schwarzem Kragen – gab es damals bei Quelle. Dann war es eine geblümte Jeansjacke in Pastellfarben. Heute mag ich das schwarze Kleid von meiner letzten Buchpremiere. Was hat es mich für eine Überwindung gekostet, dieses Kleid zu tragen! Und dann habe ich mich darin so wohl gefühlt wie lange nicht.


Krimiautorin Angelika Lauriel bei einer Lesung 2014
Die Hochsteckfrisurenpremiere: Fühlte sich toll an – und sah toll aus (2014)


Ich hatte bei dieser Lesung allerdings das Gefühl mit der Frisur und dem Kleid eventuell zu dick aufgetragen zu haben – und zog deshalb eine medizinische Schiene an, die man bei Fußverletzungen, Bänderdehnungen etc. verordnet bekommt. So viel zum Thema Modemut. ;-) Die Schiene begründete ich damit, dass meine Protagonistin sich im Buch einen Bänderriss zuzieht und deshalb so eine Schiene tragen muss. Für mich brach ich mit diesem Accessoire das Bild, „aufgebrezelt“ zu sein.


Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ich bin gelassener geworden, würde ich sagen. Ich fühle mich wohl, so wie ich bin. Klar, ich habe deutliche Überbleibsel von zwei Kaiserschnittgeburten, habe drei Kinder gestillt … das sieht man. So what? Ich bin ja nicht nackt unterwegs.



Haare! Zum Neidisch werden! (1985)


Ich würde sogar sagen, dass ich nie so selbstbewusst war wie heute. Ich bin kein Teenie und keine blutjunge Frau mehr. Ich brauche auch nicht mit ihnen zu konkurrieren. Wirklich peinlich fände ich es, wenn ich die gleichen Kleider trüge wie die Freundin meines Sohnes.


Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Absoluter Wasser-und-Seife-Typ. Und eine Tagescreme. Und Wimperntusche (aber nur, wenn ich ausgehe). Make-up kann ich nicht.


Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei Kosmetikprodukte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Deo: Wenn es keine Wolkenseifen-Deos in Reichweite gibt, hole ich das von Nivea, das keine Spuren auf heller oder schwarzer Kleidung hinterlässt.



Mit strahlendem Lächeln! (2005)


Shampoo: Syoss oder Guhl für coloriertes Haar. Alternativ benutze ich das Shampoo des Hotels, aber dann brauche ich noch einen Conditioner von den genannten Herstellern.
Gesichtscreme: Nivea für sensible Haut.


Wenn du dir ein (noch nicht existierendes) Produkt von der Kosmetikbranche wünschen dürftest: Welches wäre das?

Ein Deo, das wirklich Schwitzen verhindern kann und dabei trotzdem unschädlich ist.


Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Schlafen oder entspannen sind gut für die Schönheit. Das tun, was man liebt, ist gut für die Schönheit. Gelassen bleiben, auch wenn die Falten kommen. Lachen, obwohl die Lachfältchen dann schon wie Krähenfüße aussehen könnten. Dein Gegenüber sieht das meistens nicht so …


Was würdest du in Sachen Schönheit gerne mal ausprobieren?

Ich würde mich gerne mal mit platinblonden, raspelkurzen Haaren sehen!

Krimiautorin Angelika Lauriel bei einer Lesung 2014
Modemut: Das kurz Kleid! (2004)


Die Hochsteckfrisur, die ich für meine Buchpremiere getragen habe, war übrigens auch ein Experiment. Ich hatte vorher nie so eine mondäne Frisur, aber ganz ehrlich … es hat sich toll angefühlt!


Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Ja, aber das möchte ich nicht sagen. Nur so viel: Mein Mantra hat mit der inneren Balance zu tun.


Herzlichen Dank, liebe Angelika, fürs Antworten – und für den neu erwachten Modemut! Er steht dir! :-)

***
Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 17. November 2014, 06:00 Uhr
Kommentare: 4 | Aufrufe: 613 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews
 
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