mode-lifestyle
 

Das Metropolitan Museum of Art gehört zu meinen absoluten Lieblingsorten in New York (zu denen es übrigens noch einen Extra-Blogpost geben wird – sobald ich dazu komme). Diese Fülle an Kunstschätzen, an Ausstellungen, an großen Namen, an Stilepochen, Regionen, Zeitaltern … unglaublich! Das Met ist für mich das schönste Museum der Welt (wobei ich zugegebenermaßen bislang erst einen kleinen Teil davon gesehen habe! ;-)). Durch diese Säle und Flure zu laufen, die nicht zu enden scheinen, vorbei an Myriaden von Exponaten, macht mich tatsächlich glücklich. Und das obwohl ich gar keine „Kunstkennerin” bin, höchstens eine Genießerin. Es ist wohl das Gefühl, dass in einer Welt, in der so viel Schönes geschaffen wird, doch nicht alles nur zum Schlechten stehen kann.

Ja, vielleicht ist das naiv gedacht. Aber … es tröstet mich. Gerade in Zeiten wie dieser, in der gefühlt kein Stein auf dem anderen bleibt.

Einmal im Jahr findet im Met eine Fashion-Ausstellung statt. Diesmal steht sie unter dem Motto „Manus x Machina“. Es geht es um das Spannungsfeld von Haute Couture und Pret-à-porter-Mode bzw. von Handarbeit und maschineller Fertigung – wobei sich die Grenzen, und das ist ein wenig die Aussage der Ausstellung, zwischen Manus und Machina zunehmend verwischen. Wurde früher die Haute Couture fast ausschließlich in Handarbeit gefertigt, so werden heute auch hier Maschinen genutzt, um bestimmte Effekte zu erzielen. Gezeigt werden 170 Exponate – modische Kunstwerke vom Anbeginn des letzten Jahrhunderts bis hin zu aktuellen Kollektionen. Die Kleidungsstücke stammen aus Traditionshäusern wie Chanel, Dior oder YSL, aber auch von neuen Designern.

Ehrlich gesagt: Das akademische Konzept hinter der Ausstellung war mir egal war. Die Wissenschaft trat für mich völlig hinter der Schönheit der gezeigten Stücke zurück. Diese Farben, dieser Formen, die Designs! Diese Kreativität! Geradezu überwältigend. Dass meine iPhone-Fotografie der Ausstellung nicht gerecht wird, versteht sich von selbst. Aber es war mir einfach ein Bedürfnis, dir ein paar Eindrückt zu vermitteln ...

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.

Ja, Mode ist Kunst. Nicht immer natürlich, vielleicht sogar selten – aber auch nicht jedes Gemälde oder jede Zeichnung ist Kunst. Aber wer diese Ausstellung – oder auch diese hier von Jean Paul Gaultier – gesehen hat, wird nie bestreiten, dass Mode genauso berühren und bewegen kann, wie ein Bild oder eine Skulptur. Die oftmals herablassende Haltung von Menschen gegenüber Mode als etwas vermeintlich Banalem halte ich deshalb nicht nur für völlig unangebracht – sie ärgert mich geradezu.

Manus x Machina. Eine Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York.


Die Ausstellung läuft noch bis Mitte August. Wenn du in New York bist, schau sie dir unbedingt an!

Mehr Information findest du hier auf der Seite des Metropolitan Museum of Art. Und hier gibt es noch ein paar Impressionen auf Instagram: #manusxmachina

(Fotos: Susanne Ackstaller)

 
Susanne Ackstaller, Mittwoch, 29. Juni 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 97 | Kategorie: | Tags: travelreisennew york 2016new yorkmodemetropolitan musem of art
 

Wie das Leben manchmal so spielt: Heidi Schiller habe ich vor rund zehn Jahren kennengelernt, als sie (damals Anfang 30 und Mutter zweier kleiner Kinder – die mittlerweile 11 und 13 sind) für ihr noch ganz junges Unternehmen Kaito („Steht auf und tu was!” in der Sprache der Diola, einer senegalesischen Ethnie), das nachhaltige Energieprojekte im Senegal entwickelt und umsetzt, eine Wirtschaftstexterin suchte – und mich fand. Aus irgendeinem Grund kam unsere Zusammenarbeit dann aber doch nicht zustande, unsere Wege trennten sich, wir verloren uns aus den Augen – bis wir uns dann auf Facebook wiederfanden. Ihr öko-soziales Unternehmen hatte Heidi mittlerweile gut ins Laufen gebracht und war Vorsitzende der Münchner Grünen. Wie spannend! Und über 40 war sie auch. Logisch, dass ich sie für ein Montagsinterview gewinnen wollte.

Heidi Schiller, 43. Öko-soziale Unternehmerin und Politikerin der Grünen

Heidi Schiller, 43.

Warum gerade Senegal – und dann noch mit diesem Geschäftsmodell, wird Heidi oft gefragt: „Nach Afrika wollte ich schon als Teenager in der DDR. Den berühmten „Afrika-Virus“ hat man – oder man hat ihn nicht. Ich habe ihn, sehr gerne sogar! Da ich nach der Wende in Frankreich BWL studiert habe, fühle ich mich im französischsprachigen Senegal besonders wohl. Und Kaito? Nun, durch ein Projekt, mit dem Berufsschulen im Senegal finanziert wurden, kam irgendwie eines zum anderen. Bis hin zu dem heutigen Modell, dezentrale und nachhaltige Energielösungen im Senegal dorthin zu bringen, wo Strom fehlt – und dadurch KMUs vor Ort überhaupt erst möglich zu machen.

Seit zwei Jahren arbeitet Heidi nun an einem neuen Projekt, das jetzt via Crownfunding die nächste Stufe schaffen soll. Aus einer Schilfrohrsorte, die im Senegal wächst, soll in lokaler Produktion ein Ökobaustoff entstehen. Mehr über Sentypha erfährst du auf Startnext. Unterstützer sind natürlich herzlich willkommen!

Nun aber zu einem ganz anderen Thema ... MODE! :-)

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Über diese Frage habe ich eine Weile nachgedacht. Ist mir Mode egal? Im Sinne von „Das ist die Trendfarbe der Saison, ohne die geht gaaar nichts!“ ist sie mir tatsächlich wurscht. Oft genug stellen mich die sogenannten Modefarben der Saison vor echte Einkaufsherausforderungen. Das ist einfach nicht meines. Vielleicht trage ich meine Sachen deshalb sehr lang?! Dafür habe ich unendlich Spaß am Kombinieren. Mein Mann behauptet manchmal, ich hätte schon wieder etwas Neues an – dabei ist es nur neu kombiniert. So richtig Spaß am eigenen Stil habe ich etwa seit Mitte dreißig. Vielleicht, weil sich meine Einstellung zu mir selbst verändert hat? Oje, das wird jetzt philosophisch ... ;-)

Heidi Schiller, 43. Öko-soziale Unternehmerin und Politikerin der Grünen

Schön entspannt! (2015)

Heute trage ich am liebsten sportlich-schicke Sachen, gerne mit einem eleganten Touch, und wenn es nur die Ohrringe sind, die aus dem – gerne grauen oder schwarzen – Wollpulli „etwas mehr“ machen. Seit ein paar Jahren liebe ich schöne Accessoires dazu: bunte Perlenketten aus dem Senegal, farbige Gürtel mit auffälligen Schnallen, und Schuhe, die aus Kleidung einen für die jeweiligen Situation passenden Look machen – der Traum!

Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert? Was hast du in den 20ern/30ern/40ern getragen? Hattest du modische Vorbilder?

Als Teenager in der DDR habe ich modisch ja ziemlich hinterm Mond gelebt. Das Kaufhaus in unserem Städtchen hieß „Blaues Wunder“ – und ein Wunder war es auch, wenn man mal etwas Brauchbares gefunden hat. Damals habe ich nähen gelernt und versucht, aus allem, was Stoff war, das zu schneidern, das ich gerne gehabt hätte. Da war Improvisation angesagt: Aus Bettlaken und Knüpfgitter wurden Hosen mit Netzbesatz an den Taschen. Omas Damasttischdecke wurde kurzerhand lila gefärbt und mit Schlüsselringen zu einer Jacke mit den damals so angesagten Verschlüssen vernäht. Und auch gestrickt habe ich viel! Das hat sich bis heute gehalten – in meiner Familie ist niemand sicher vor handgestrickten Socken, Mützen, Handschuhen. Meine Tochter hat stapelweise Loops geordert (und bekommen).

Heidi Schiller, 43. Öko-soziale Unternehmerin und Politikerin der Grünen

Sebstgenäht und im Minirock. (1987/1998)

Als es dann nach der Wende alles zu kaufen gab, war ich ziemlich überfordert und kann mich mehr an Fehlgriffe erinnern als an coole Klamotten. Das Ergebnis war zumeist ein ziemlich langweiliger Einheitslook à la Null-acht-fünfzehn-Jeans mit stinknormalem, zu weitem T-Shirt – voll der Schlabberlook, weil ich der Meinung war, mein Busen sei zu groß. Mein Hang zu Schals und Halstüchern ist allerdings eine Konstante in meinem Leben: Bis heute gehe ich nicht mal in den Garten, ohne irgendwas um den Hals!

In meinen Zwanzigern war ich eher in der Suchphase. So fand ich als Studentin etwa die Hemden meines Vaters totschick – in seiner Größe, an mir –, wild kombiniert mit kurzer Wickelweste drüber ... gut, dass es davon keine Fotos gibt! Zum Berufseinstieg musste ich dann auf einmal seriös wirken, mit dunklem Kostümchen und Blüschen und so. Die „Uniform“ des Konzerns, in dem ich damals arbeitete, hatte auch mich erwischt. In den Dreißigern habe ich dann so langsam angefangen, meinen eigenen Geschmack zu entwickeln.

Heidi Schiller, 43. Öko-soziale Unternehmerin und Politikerin der Grünen

Die Politikerin. (2015)

Vorbilder? Hm, im Grunde sind das meistens Frauen um die 50, die mit einer offensichtlichen Selbstverständlichkeit das tragen, worauf sie Lust haben. Und damit immer gut aussehen. Keine besondere Stilrichtung, die hervorsticht, außer vielleicht: passend zur Person. Das fand und finde ich immer toll, wenn jemand zu sich steht und man das auch sieht.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Schals und Socken hatten wir ja schon. Denn es geht wirklich nichts über handgestrickte Socken. Gut, sie passen nicht zu jedem Anlass. ;-) Anders meine geliebte graue Strickjacke. Die ist immer richtig: Zum Frühstück zum Reinkuscheln, im Büro über einer Bluse und zu Stoffhosen gut angezogen, am Abend für die Kneipe zur Jeans mit Turnschuhen. Mein Lieblingsstück ist tatsächlich eines der Kategorie unverwüstlich, universell, pflegeleicht. Und grau. Geht immer, zu allem.

Jeans finde ich auch fein. Mit hohen Schuhen und Bluse durchaus business-tauglich (bis zu einem gewissen Rahmen, klar. Aber wer führt schon täglich Verhandlungen auf höchster Ebene), mit Turnschuhen und lässigem Oberteil immer noch schick (wenn sie gut sitzt, aber das muss eine Jeans sowieso).

Vor kurzem habe ich meine Liebe zu Kleidern entdeckt. Gerne sportlich, trotzdem gut geschnitten. Dazu schöner – auch etwas teurerer – Schmuck und schöne Schuhe. Das ist herrlich unkompliziert, weil es so wunderbar schnell geht, komplett angezogen zu sein. Mein jüngstes Lieblingsstück ist ein Kleid einer senegalesischen Marke aus Dakar, das ich schon als Strandkleid getragen habe, zu einem Geschäftstermin und zu einem gemütlichen Abend bei Freunden: Es hat immer gepasst.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Puh, schwierige Frage. Ich glaube, ich war über 30, als ich mit mir und meinem Körper Frieden geschlossen habe. Meine Konfektionsgröße war mit 36 nicht das Problem. Sondern die Oberweite dazu: Cup E-F mit einer 70 davor führte meistens zu einem „Oh, da müssen wir erst anfragen, ob man das bestellen kann“. Solche Aussagen haben mich wirklich belastet und auch geprägt. Heute habe ich das Gefühl, dass diese früher so „exotischen“ Größen viel gängiger sind. Und seit ich auf die Größe 38 zugehe, passt auch mal eine 75D. Einfach so. Erleichtert das Einkaufen sehr und fühlt sich für mich auch rundum gut an.

Heidi Schiller, 2010

Mitte 30 mit gefärbten Haaren. (Foto: Michael McKee, 2010)

Und sonst? Hm, seit ein paar Jahren färbe ich meine Haare nicht mehr. Sie sind deutlich grau meliert – na und? Ich bin auch deutlich über 40. Ich finde das ganz natürlich und fühle mich sehr wohl damit. Mit 30 hatte ich schon die Krise, wenn der Ansatz mal ein paar Tage zu spät nachgefärbt wurde!

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ganz klar: Wasser-und-Seife-Typ. Und danach eine gute Hautcreme („Vitamin E” von Bodyshop). That’s it. Mit diesen ganzen Anti-Aging-Produkten kann man mich jagen, ich finde das Älter werden geradezu toll! Wenn ich aus dem Senegal zurückkomme, sieht man sogar die Lachfalten um die Augen, weil ich dort immer viel lache und die Fältchen trotz Bräunung hell bleiben. Ist doch herrlich! Da würde ich niemals Make-up darüber schmieren! Bei der Schminke hört es bei mir ohnehin bei Wimperntusche und Augenbrauenstift auf, nach einer langen Party und kurzen Nacht vielleicht mal eine Spur Concealer. Und ab und an einen Hauch Rouge auf die Wangen (vor allem im Winter). Lippenstift ja, aber auch da habe ich nur ein bis zwei Farben in Gebrauch.

Heidi Schiller, 43. Öko-soziale Unternehmerin und Politikerin der Grünen

Unterwegs in Afrika. (2016)

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Oh, das habe ich im April tatsächlich erlebt! Ich kam in Dakar an, mein Koffer hat allerdings einen Umweg über Salzburg und Wien gemacht und kam erst drei Tage später. Wimperntusche hatte ich in der Handtasche, aber Hautcreme musste ich kaufen. So habe ich eine lokale Marke in Dakar entdeckt mit Sheabutter drin. Und einen Rasierer plus Schaum – ohne geht gar nicht. Ach ja, und eine Nagelfeile. Das sind jetzt keine Dinge, die die Welt aus den Angeln heben, aber ohne die ich mich sehr schnell sehr unwohl fühle.

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler etc. nutzen?

Nee, also ganz bestimmt nicht – Unfallchirurgie mal ausgenommen. Aber Lippen aufspritzen, Haut straffen, Fett absaugen und so Zeugs? Ohne mich! Was soll das? Klingt jetzt vielleicht abgedroschen, aber wenn ein Mensch nicht von innen heraus schön ist, hilft doch das ganze Rumgeschnippel nicht. Es ist und bleibt äußerlich, und das zählt für mich einfach nicht.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ich fühle mich dann besonders schön, wenn ich etwas Sinnvolles, Befriedigendes gemacht habe: im Garten in der Erde gebuddelt, im Senegal ein Projekt zum Laufen gebracht, mit Freunden Gespräche mit Tiefgang geführt. Das macht mich innerlich sehr zufrieden und das sieht man dann auch. Klar hilft auch mal die Bluse in leuchtendem Korallenrot. Aber wenn’s innen nicht stimmt, fühle ich mich auch in den schönsten Klamotten nur wie verkleidet. Was nicht heißt, dass ich es nicht genieße, mich auch mal so richtig aufzubrezeln. Das wirkt dann auch entsprechend. Über die Komplimente freue ich mich dann natürlich – und gehe am nächsten Tag in den Garten …

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Ich möchte einfach albern bleiben können, frisch im Kopf, beweglich im Denken. Meine Kinder zeigen mir täglich – unbewusst, aber unausweichlich – wie schnell sich diese Welt doch dreht und wie schnell Muttern keine Ahnung mehr von hat. Allein die Musik, die sie hören ... Und dabei dachte ich immer, das passiert MIR bestimmt nicht. Das fand ich ja schon bei meinen Eltern ganz schrecklich. Tja, willkommen in der Wirklichkeit!

Heidi Schiller, 43. Öko-soziale Unternehmerin und Politikerin der Grünen

Urlaub am Meer. (2016)

Mein Vater hat immer gesagt „Heidi, das ist die Lebenserfahrung. Das verstehst du später.“ Mehr Begründung gab es oftmals nicht – heute weiß ich, was er meint. Oder fange zumindest an zu verstehen. Ich finde es sehr angenehm, wenn die Geschichten, die das Leben schreibt und die es so wunderbar bunt und liebenswert machen, keine „Oh Gott wie bitte??!!“-Katastrophen mehr sind. Ich genieße diese gewisse Tiefe in meinen Gedanken, ein guter Freund nannte es einen „Flash de maturité“, einen Reifeblitz. Damit könnte er Recht haben. Ich merke auch, wie ich etwas ruhiger werde, bei aller Quirligkeit, die mir hoffentlich erhalten bleibt. Aber es ist nicht mehr dieses „sofort oder nie“, „ganz oder gar nicht“. Fordernd und anspruchsvoll bin ich immer noch, das will ich auch gerne bleiben. Ich spüre aber eine aufkeimende Gelassenheit, innere Ruhe, das Gefühl, eine Richtung zu haben. Das ist ebenso spannend wie entspannend: spannend, was kommt und was sich entwickelt. Denn gerade ist da ganz viel Bewegung. Und entspannend, weil ich es mittlerweile gut auf mich zukommen lassen kann. Noch vor ein paar Jahren hätte ich es für undenkbar gehalten, so einen Satz für ein Interview selbst in die Tasten zu tippen!

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Hm, ein Mantra weniger als den dringenden Willen, eine eigene Spur zu ziehen, etwas Sinnvolles aufzubauen, das länger Bestand hat als ich. Ich bin weder getauft noch religiös erzogen worden. Aber wenn mich etwas stark geprägt hat, dann sind es animistische Glaubenssätze: Etwa, dass unsere Ahnen in Bäumen leben und uns zuschauen. Ich mag die Vorstellung, die ja auch zu meinem Wunsch nach etwas Beständigerem als dem eigenen Dasein passt.

Danke fürs Dabei sein hier auf Texterella, liebe Heidi – und für dein großartiges Engagement für unsere Welt!

***

Hier gibt es noch mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen über 40.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 27. Juni 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 768 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: schönheitöko-sozialmontagsinterviewmodeinterviewheidi schillerfrauen ab 40die grünenanti-agingälterwerden
 

Ich gebe zu, dass Mode auf Texterella in den letzten Wochen vor lauter Reisen etwas kurz gekommen ist. Aber mal ehrlich: Würdest du dich fürs Onlineshopping entscheiden, wenn New York die Alternative ist? Na? Eben. Und es kommen ja auch wieder modischere Zeiten.

Heute zum Beispiel. Und das kam so: Ich war eigentlich auf der Suche nach einem Abendkleid. Ja, richtig gelesen. ABENDKLEID! Eines jener Kleidungsstück, die ich zirka alle zehn Jahre einmal brauche (oder sagen wir: fünfzehn. Ja, traurig genug ...). Im September sind wir nämlich auf eine Hochzeit in einem Schloss geladen, zu der Abendgarderobe gewünscht wird.

Ha! Dieser Wunsch ist mir natürlich sehr gerne Befehl!

Und so wählte ich diesmal Onlineshopping (New York stand ja auch nicht mehr Auswahl) und pfriemelte mich gestern Abend durch meine Lieblings-Onlineshops. Auf der Suche nach dem Abendkleid. Fand ich natürlich nicht. Wann findet man schon ein Kleidungsstück, wenn man danach sucht.

Dafür aber einen Bikini.

Bikini von Cactus in Sizeplus

Bikini von Cactus in Sizeplus

Gefunden bei den Sizeplus-Bademoden von Navabi*. (Wem das Oberteil zu schwarz-weiß ist: Hier ist es in knalliger*.)

Und so gibt es heute anstatt Abendkleid einen Bikini zu sehen. Auch nicht schlecht, denn ich werde oft nach Empfehlungen für Bikinis in Sizeplus gefragt. (Ob ich allerdings im Bikini auch zur Hochzeit gehe ...? Nunja. Vielleicht begegnet mir bis dahin ja auch noch ein hübsches Abendkleid. Wollen wir es hoffen.)

*Affiliate-Links

 
Susanne Ackstaller, Sonntag, 26. Juni 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 1 | Aufrufe: 608 | Kategorie: Mode, Bademode & Dessous, Size Plus, | Tags: sizplusplussizemodebikinibademode
 

Frisch kolumnisiert:

So schminkt der Sommer.

Schminke ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Während man früher einfach beiges Make-up auflegte, ein wenig Rouge auf die Wangen pinselte und zum guten Schluss einen Hauch Puder aufstäubte, so geriert die allmorgendliche Verschönerungsroutine mittlerweile zur reinsten Wissenschaft. Reichte es bis vor ein paar Jahren den richtigen Hautton zu treffen, den Übergang zum Hals ordentlich zu verwischen und ohne Rougebalken das Haus zu verlassen, so muss man heute mindestens ein Youtube-Tutorial verfolgen oder besser noch einen Wochenendkurs bei einem Make-up-Artisten buchen, um in Sachen Make-up auf dem Laufenden zu sein. Wer heute morgen etwa seine Finger zum Auftragen der Foundation nutzte, outete sich als rückschrittlicher Beauty-Banause. Denn dazu verwendet man jetzt den sogenannten „Beautyblender“, eine Art Make-up-Schwämmchen, das aber auf gar keinen Fall als solches bezeichnet werden darf – denn wer würde schon 20 Euro für ein schnödes Schwämmchen ausgeben? Eben.

Meine Mode- und Lifestyle-Kolumne für die WELT KOMPAKT: So schminkt der Sommer.

„So schminkt der Sommer.” Meine aktuelle Lifestyle-Kolumne für die WELT KOMPAKT.

Aber es kommt noch besser. Beziehungsweise schöner. Denn seit Kim Kardashian wissen wir: Gene werden überbewertet und Wangenknochen sind nur eine Frage des richtigen „Contourings“. Einfach hellere und dunklere Farbe auf die richtigen Stellen platzieren – und schon verwandelt sich jedes Mondgesicht in den prägnanten Look einer Linda Evangelista. Apropos Kim: Die ist mittlerweile schon wieder „over contouring“. Damit uns morgens vor dem Spiegel nicht langweilig wird, gibt es bereits den Nachfolgetrend: das „Strobing“. Diese Make-up-Technik setzt auf Glanz und Schimmer – was aber natürlich nicht heißt, dass Sie bei sommerlicher Hitze den Puder weglassen dürfen! Das wäre ja auch zu simpel (und obendrein schlecht fürs Beauty-Geschäft). Nein, statt den Glanz wegzupudern müssen Sie ihn gekonnt aufpudern. Alternativ können Sie die sommerlichen Temperaturen aber auch fürs „Baking“ nutzen, bei dem viel Concealer mit reichlich Puder durch Wärme zu einem feinporigen Teint verschmolzen werden. Fehlt zum perfekten Make-up also nur noch der perfekte Sommer. 

(Die Kolumne erschien heute in der Print- und in der Online-Ausgabe der WELT KOMPAKT.)

***

Wer noch mehr WELT-Kolumnen aus meiner Feder lesen möchte – bitte schön: Hier sind meine gesammelten meine Mode- und Lifestyle-Kolumnen. Viel Spaß!

 

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 24. Juni 2016, 10:43 Uhr
Kommentare: 4 | Aufrufe: 646 | Kategorie: Meinungen, Modekolumne, | Tags: strobingmodekolumnekolumnecontouringbeautybaking
 

Texterella auf Reisen

Bushwick Heat.

Es ist Mittwochabend, kurz vor halb neun. Ich bin müde, habe während des Rückflugs kaum geschlafen. Der Koffer ist noch unausgepackt, ohnehin muss ich eigentlich meine WELT-Kolumne für Freitag schreiben, sehr eigentlich sogar, denn Abgabe ist morgen. Stattdessen sitze ich auf der Terrasse – und schwelge in New-York-Bildern! Ja, vernünftig ist anders.


Bushwick Impressionen. Bushwick ist ein Stadtviertel in Brooklyn, New York.

Bushwick Impressionen. Bushwick ist ein Stadtviertel in Brooklyn, New York

Bushwick Impressionen. Bushwick ist ein Stadtviertel in Brooklyn, New York


Diesmal zeigen die Bilder kein Downtown oder Uptown, keine Häuserschluchten, keine Fifth Avenue und auch nicht den Central Park. Die Fotos zeigen Bushwick, ein Stadtviertel von Brooklyn, nördlich vom bekannteren Williamsburg gelegen, in dem ich bei meiner Freundin Katja wohnen durfte und das einen mit einem authentischen, unprätentiösen und ein bisschen schrägen Charme einfängt. Nicht auf den ersten Blick vielleicht, aber auf den zweiten oder spätestens dritten. Hier gibt es keine eleganten Flagship-Stores und auch keine Touristen, dafür viele kleine Läden, ebenso charmante wie leckere Restaurants und Künstlerkneipen, viel Streetart. Hier leben Hispanics neben Kreativen, auf der Straße hört man fast mehr Spanisch als Englisch. An den sehr heißen und fast schon grellen Sommertagen habe ich mich fast wie in New Mexico gefühlt. (Oder sagen wir: so, wie ich mir New Mexico vorstelle … ;-)) Man sitzt auf der Straße, quatscht bis spätnachts mit den Nachbarn, kauft frisch gegrillte Fleischspieße, die so lecker riechen, das man sogar vergisst, das man an Straßenstände eigentlich grundsätzlich nichts kaufen mag.


Bushwick Impressionen. Bushwick ist ein Stadtviertel in Brooklyn, New York

Bushwick Impressionen. Bushwick ist ein Stadtviertel in Brooklyn, New York

Bushwick Impressionen. Bushwick ist ein Stadtviertel in Brooklyn, New York

Bushwick Impressionen. Bushwick ist ein Stadtviertel in Brooklyn, New York


Es ist ein sehr lebendiges, unverbogenes Stadtviertel, undramatisch und dennoch spannend, das mich jetzt im Sommer besonders bezaubert hat. Deshalb wollte ich dir unbedingt noch ein paar Schnappschüsse zeigen.

(Fotos: Susanne Ackstaller)

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 23. Juni 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 1 | Aufrufe: 550 | Kategorie: Lifestyle, Reisen, | Tags: travelreisennew york 2016new york
 
Seite 1 von 427 Seiten  1 2 3 >  Letzte »




Herzblutdinge

Herzbluttexte



WERBUNG













KOOPERATIONEN








 
WERBUNG


© 2016 texterella.de | Susanne Ackstaller

Site by blogwork.de und Sibylle Zimmermann, hz-konzept.de