Herta, die Schöpfungshöhe und ich.

Samstagvormittag im Buchladen. Gleich neben dem Eingang ein ganzer Stapel “Atemschaukel”. Darauf ein dicker, fetter Aufkleber: “Nobelpreis für Literatur 2009”.

Natürlich greife ich danach. Lese den Text auf der Umschlagseite:

“Ich setzte mich an den Tisch und wartete auf Mitternacht. Und Mitternacht kam, aber die Patrouille hatte Verspätung. Drei Stunden mussten vergehen, das hielt man fast nicht aus. Dann waren sie da. Die Mutter hielt mir den Mantel mit dem schwarzen Samtbündchen. Ich schlüpfte hinein. Sie weinte. ich zog die grünen Handschuhe an. Auf dem Holzgang, genau dort, wo die Gasuhr ist, sagte die Großmutter: ICH WEISS DU KOMMST WIEDER.”

Eine so starke, prägnante Sprache. Klar und einfach. So klar und einfach, dass ihr deutsche Richter vermutlich die Schöpfungshöhe absprechen würden.

Beim nächsten Mal mache ich die Probe aufs Exempel. ;-)

Susi am Montag, 19. Oktober 2009 um 11:30 AM
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Netzprosa: 500 Beine

Erst gestern sprach ich darüber, dass ich ein Schnellleser/Querleser/Überleser bin. Insbesondere im Netz. Da müssen die Geschichten kurz sein, übersichtlich, lang lese ich höchstens hier gerne. Dennoch habe ich mich dort ein wenig festgelesen. Nicht alles gefällt mir, oft ist es mir, katholischbayrischverschämt wie ich bin, ein wenig zu heftig. Ich mag es nicht so gerne, wenn das Gelesene meine Phantasie überrollt, wenn wenig offen und nichts mehr ungesagt bleibt. Wenn Sprache allzu ... sagen wir mal: deutlich wird.

Aber diese Geschichte hat mir gut gefallen. Erinnert mich an ... ja genau. Vermutlich deshalb.

Update: Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Diese Geschichten sind ziemliche Klasse, ich kann gar nicht mehr aufhören zu lesen.

So schreiben können ...  achja.

Susi am Samstag, 12. Juli 2008 um 04:57 PM
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Witziges Stöckchen

Wer hat sich diese Stöckchenwerferei eigentlich ausgedacht, hm?

Egal. Normalerweise weigere ich mich schlichtweg, diesen Bloggersport mitzumachen, aber Antjes Stöckchen fand ich dann mal witzig genug, um mitzumachen:

- Nimm das erste Buch in deiner Nähe (das mindestens 123 Seiten hat)
- Öffne das Buch auf Seite 123. Finde den fünften Satz
- Poste die nächsten drei Sätze
- Wirf dein Stöckchen auf fünf weitere Blogger.


Ich hätte auch zum Duden greifen können, aber gleich daneben lag Rosendorfers “Ballmanns Leiden”, und da steht auf Seite 123, nach dem fünften Satz:

“Auch die Brüder meiner Mutter waren Zimmerleute, bis auf einen der war Pfarrer, wie ich dir schon erzählt habe.” “Nein”, sagte Ballmann, “das haben Sie mir noch nicht erzählt.” Burschi hatte seinen Blick nach innen in seine keltische Vergangenheit gesenkt, spielte mit einem Höhnerknochen und schwieg eine Weile, fing dann von alleine wieder an.

Soso. Aha.

Vielleicht doch nicht ganz so witzig, das Stöckchen. ;-)

weiter ...

Susi am Donnerstag, 27. März 2008 um 09:42 PM
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Sex sells nicht immer.

Nachdem ich bei Biggi zweimal darüber gelesen hatte, musste ich dann doch zumindest mal bei Amazon gucken gehen. Davon, dass ich bereits bei der ersten Rezension rote Wangen bekam und das Wort “Smegma” außerdem nicht zu meinem Grundwortschatz gehört (gelinde gesagt - aber für was gibt es Wikipedia), leite ich mal ab, dass ich für dieses Buch wohl zu katholischbayrischnaivahnunglos bin - und es wohl sogar bleiben möchte. Naja, und ein Plot rund um das Thema A*alfissur ... ich weiß nicht - ist das wirklich spannend? ;-)

Susi am Montag, 24. März 2008 um 06:29 PM
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